Kino
Die vielen Gesichter des Affen Caesar

Mit «Rise of the Planet of the Apes» kommt die siebte Verfilmung des «Planet der Affen»-Märchens in die Kinos. Nach dem schwachen sechsten Remake von Tim Burton 2001 wird nun eine Vorgeschichte hinzugedichtet.

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Mit «Rise of the Planet of the Apes» kommt die siebte Verfilmung des «Planet der Affen»-Märchens in die Kinos. Pierre Boulles Roman fand erstmals 1968 erfolgreich auf die Leinwand. Nach dem schwachen sechsten Remake von Tim Burton 2001 wird nun eine Vorgeschichte hinzugedichtet. Eine Schimpansin wird im Urwald gekidnappt und in ein Pharmalabor in San Francisco gebracht, wo man sie mit Spritzen traktiert. Das färbt nicht nur ihre Pupillen grün, sondern steigert auch ihre Intelligenz; fast gelingt ihr der Ausbruch.

Dennoch wird das trächtige Schimpansenweibchen zu Beginn des Sci-Fi-Thrillers «Rise of the Planet of the Apes» getötet. Sein Baby aber wird es mal besser haben: Genforscher Will nimmt es mit nach Hause, nennt es Caesar und zieht es liebevoll gross. Will, dessen Versuch mit einem Alzheimer-Medikament, das bei Laboraffen Hirn-Doping bewirkte, abgebrochen wurde, nimmt das Medikament heimlich mit nach Hause, um es bei seinem dementen Vater auszuprobieren. Sein «Wunderkind» Caesar ist inzwischen so schlau, dass es mit Will Schach spielt.

Evolutionssprung

Gezeigt wird die Geschichte meist aus dem Blickwinkel des Schimpansen, der den Zuschauer zum Mitleiden animiert. Umso schlimmer, dass Caesar nach einem kleinen Rückfall in äffische Aggression per Gerichtsbeschluss in ein Tierheim eingewiesen wird. Umzingelt von Affen-Kretins und getriezt von einem sadistischen Wärter, leidet der zivilisierte Schimpanse fürchterlich. Doch während der verzweifelte Will bei seinem Pharmakonzern kündigt, weil er die unkalkulierbaren Folgen von Gen-Experimenten nicht länger mittragen will, reift in dem Tier ein Plan.

Perfekte Computeranimation

Der britische Regisseur Rupert Wyatt lässt sich viel Zeit für Caesars charakterliche Entwicklung, bevor dieser seinen Artgenossen die schlau machenden Medikamente verabreicht und sie zum Aufstand anstachelt. Aber nicht erst wenn die gequälten Primaten mit evolutionärem Sprung dem Tierknast entfleuchen, begafft man diese Affen mit Staunen. Besonders in ihrem differenzierten Mienenspiel wirken die computeranimierten Geschöpfe unheimlich echt.

Für die visuellen Effekte zeichnet der vierfach oscargekrönte «Avatar»-Trickkünstler Joe Letteri verantwortlich. Mit James Franco («Spider-Man») als Forscher, Freida Pinto («Slumdog Millionaire») als liebreizende Freundin und Tom Felton, der in «Harry Potter» das Ekelpaket Lucius Malfoy und nun einen fiesen Wärter spielt, ist der Film hervorragend besetzt. (sda)

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