Eurovision Song Contest
Bye Bye Baku: Sinplus sind im Final nicht dabei

Der Final des Eurovision Song Contest findet einmal mehr ohne Schweizer Beteiligung statt: Die Gruppe Sinplus um die beiden Tessiner Brüder Ivan und Gabriel Broggini ist im Halbfinal ausgeschieden.

Oliver Baumann
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Island: Greta Salóme & Jónsi
11 Bilder
Griechenland: Eleftheria Eleftheriou
Albanien: Rona Nischliu
Rumänien: Mandinga
Zypern: Ivi Adamou
Dänermark: Soluna Samay
Russland: Buranovskiye Babushki
Ungarn: Compact Disco
Moldawien: Pasha Parfeny
Irland: Jedward
Sie haben sich für den ESC-Final 2012 in Baku qualifiziert

Island: Greta Salóme & Jónsi

Keystone

Grosse Enttäuschung bei der Schweizer Delegation in Baku: Für die Gruppe Sinplus um die beiden Tessiner Brüder Ivan und Gabriel Broggini ist im Halbfinal des Eurovision Song Contest bereits Endstation.

Trotz einer mehrheitlich überzeugenden Darbietung haben es die Schweizer nicht unter die besten zehn von ingesamt 18 Teilnehmern in der Vorausscheidung für die grosse Show vom kommenden Samstag geschafft.

Wieviele Punkte der Gruppe für die Final-Qualifikation gefehlt haben, wird erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Neben dem Televoting der europäischen Fernsehezuschauer wurden im 1. Halbfinal auch die Urteile der nationalen Jurys gewertet, die sich bereits nach den Hauptproben auf ihre Favoriten festgelegt hatten.

Immerhin: Ein Halbschweizerin ist dabei

Für das Finale qualifizieren konnten sich Rumänien, Moldawien, Island, Ungarn, Albanien, Zypern, Griechenland, Russland, Irland und Dänemark. Kleiner Trost: Mit der dänischen Sängerin Soluna Samay dürfen sich die Schweizer ein bisschen mitfreuen. Ihre Mutter stammt ursprünglich aus Luzern.

Der zweite Halbfinal findet am kommenden Donnerstag statt. Neben den nun qualifizierten Künstlern sind für den Final auch bereits Gastgeber Aserbeidschan die Länder Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich und das Vereinigte Königreich gesetzt.

Die so genannten "Big Five" müssen als grösste Beitragszahler des Song-Contest-Veranstalters European Broadcasting Union (EBU) jeweils nicht den Weg über die beiden Halbfinals nehmen.

Lesen Sie hier nochmals den Live-Ticker zum 1. Halbfinal des ESC

Im Final sind: Rumänien, Moldawien, Island, Ungarn, Dänemark (die Halbschweizerin Soluna!), Albanien, Zypern, Griechenland, Russland, Irland

Das Voting ist beendet: Jetzt müssen erst mal noch die Punkte zusammengezählt werden. Die Gastgeber versuchen das Publikum mit einer Show bei Laune zu halten. Wir verzichten an dieser Stelle auf weitere Ausführungen dazu.

Oder vielleicht noch dies: Leser Adrian G. schreibt: "Super Ticker. Viel besser als das Gedudel im Fernsehen"

Das Voting startet: Die 18 Nationen sind durch. Das Voting geht los. Die Nummer aus der Schweiz lautet: 0901 54 49 und dann die entsprechende (zweistellige) Startnummer. Oder man kann auch ein SMS mit der Startnummer an 377 schicken.

Wie üblich kann man aus der Schweiz nicht für die Schweiz abstimmen. Das Voting dürfte gegen 22.40 Uhr beendet werden.

Irland: Breaking News: Jedward haben sich von Justin Biebers früherem Coiffeur für ihren Auftrtitt frisieren lassen. Der neue Hairstyle ist aber auch das einzige aufregende an ihrer Darbietung.

Moldawien: Ich hab gesagt gute Laune, okay? Da geht die Post ab in Baku. Schmissig, dieser Pasha Parfeny.

Österreich: Ah, die Provinz-Proleten namens "Trackshittaz". Gut haben sich noch ein paar Mädels mitgenommen, die an den "Staungen" tanzen. In der az-Umfrage lagen die Ösis in der Wählergunst übrigens an zweiter Stelle, knapp hinter den Schweizern. Mal schauen, was das Televoting ergibt.

Ungarn: Compact Disco. Immerhin ist der Name halbwegs originell. Das Lied "Sound of our Heart" hört sich hingegen mächtig nach Plagiat an, auch wenn im Moment unklar ist, wo es genau geklaut ist.

Werbung: Endlich! Verschnaufpause! An dieser kleiner Tipp am Rande: Das alkoholfreie Bier im Kühlschrank immer getrennt vom richtigen Bier lagern. Sonst kann es zu Verwechslungen kommen.

Russland: Speziell sind sie ja die russischen Mütterchen. Vermutlich verteilen Sie nachher noch die selbstgemachten Guetzli im Publikum, um die Stimmung anzuheizen.

Und die Trachten sind natürlich auch originell. Als es die Schweiz das letzte Mal so versucht hat, hat es nicht geklappt. Ob der Grosi-Chor mehr Glück hat?

Dänemark: Die Dänin Soluna Samay wurde in Guatemala geboren, hat einen deutschen Vater - und eine Schweizer Mutter. O.K. der Songs ist jetzt nicht sooo der Brüller. Und die Uniform ist echt lächerlich. Aber sie hat eine Schweizer Mutter! Also anrufen. Wir müssen jede Chance nützen.

Zypern: Jetzt wird es langsam wirklich ermüdend. Zypern ist offenbar genauso Pleite wie Griechenland. Zumindest kreativ.

Immerhin: Das Publikum in der offenbar gut besetzten Crystal Hall in Baku schwenkt immer noch fleissig die Fahnen. Es ist ein bisschen wie an einem Fussball-Match. Einfach ohne Pyros. Und Hooligans.

San Marino: Oh mein Gott, Ralph Siegel, gib doch endlich auf! Wenn man ernsthaft mit einem Song an den Eurovision Song Contest geht, der "Facebook Uh-Oh" heisst, was erwartet man da? Die Zeitgeist-Medaille? Oder doch nur ein "gefällt mir"?

Dass die Verantwortlichen Siegels geplante Schleichwerbung unterbunden haben und Valentina Monettas Lied jetzt "The Social Network Song" heisst, macht die Sache übrigens überhaupt nicht besser.

Israel: Ganz schwierig. Wirklich ganz schwierig. Hört sich ein wenig nach Zirkus an. Irgendwie aber auch reizvoll. Wer weiss, wenn man das Lied von Izabo vielleicht noch zehn Mal hört, geht es einem vielleicht nicht mehr auf die Nerven - oder dann noch mehr.

Finnland: Das (schwedische, Sven Epiney!) Lied der finnischen Sängerin Pernilla hat deren Bruder Jonas geschrieben - für die Mutter der beiden. Ein Familienprojekt also.

Ob Pernilla von ihrer kleinen Schwester geschminkt wurde, geht aus den Angaben auf der offiziellen Song-Contest-Homepage leider nicht hervor...

Belgien: Man beachte die Handarbeit der belgischen Sängerin Iris. Grosses Kino. Das Lied selbst ist hingegen eher etwas für den Schul-Fez!

Schweiz: "Unbreakable" ist gaaanz grosse Musik. Ehrlich. Und wenn es nicht klappen sollte: Ja, dänn halt. Wie man im "Blick" lesen konnte, hatte zumindest der jüngere der beiden Broggini-Brüder, Ivan, bereits mächtig Spass in Baku.

Und jetzt im Ernst: Schlechter als das, was wir bisher in diesem ersten Halbfinale gehört haben, ist das wirklich nicht.

Leser Christian N. hat übrigens noch einen kleinen Nachtrag zum Auftritt der Schweizer. Er schreibt: "WTF? Was für eine Sprache ist das, was die Tessiner singen? Sonst gefällt mir der Song eigentlich."

Rumänien: Latin-Music mit Dudelsack aus Rumänien. Eine eher gewöhnungsbedürftige Mischung. In ihrem Heimatland sollen Madinga, die hier ein Lied namens "Zaleilah" spielen, allerings eine gaaanz grosse Nummer sein.

Wobei: Das heisst es ja bei allen Song-Contest-Teilnehmern

Albanien: Szenenapplaus für die albanische Sängerin Rona Nishliu und "Suus". Das will etwas heissen! Mit dem Designer ihres Kleides sollte sie jedoch noch mal Rücksprache halten, wenn sie ins Finale kommt.

Vergessen Sie übrigens den Facebook-Chat, für den Sven Epiney im Fernsehen die ganze Zeit Werbung macht. Hier spielt die Musik!

Zwischenruf: Wir ersparen uns Kommentare darüber, ob die in den sogenannten "Postkarten" gezeigten Bilder aus Aserbeidschan nicht vielleicht etwas schönfärberisch sind.

Lettland: Anmary erzählt in ihrem "Beautiful Song" die Geschichte eines Mädchens (das Lied ist offenbar autobiografisch), das davon träumt, die grossen Bühnen dieser Welt zu erobern. In Baku hat sie das ja schon mal geschafft. Obs für mehr reicht, ist allerdings mehr als fraglich.

"Baeautiful Song lalalala-lalala"... Bemerkenswert ist vor allem auch die eher ungelenke Bühnenshow aus den Frühzeiten der Choreografie.

Griechenland: Die griechische Künstlerin Eleftheria Eleftheriou kennt man ja hierzulande vor allem, weil der Schweizer Sinplus-Bruder Ivan Broggini bei jeder Gelegenheit betont, wie scharf er sie findet.

Musikalisch ist Eleftheria hingegen eher Durchschnitt. Dem Partyvolk, das hoffentlich auch diesen Sommer wieder die griechischen Inseln bevölkern wird, könnte es aber gefallen.

Island: Ganz grosse Gefühle bei Island! Und auch optisch machen die beiden was her! Das könnte etwas werden!

Nicht einverstanden? Kommentare zu und Kritik an diesem Live-Ticker sind übrigens erwünscht. Am besten per Mail direkt an den Autor

Montenegro startet ins Rennen: Rambo Amadeus aus Montenegro versucht das Publikum von seinen Gesungskünsten zu überzeugen. Es dürfte beim Versuch bleiben. Seine Musik nennt sich übrigens "Crazy Jazz-Funk". Der Text seines Liedes "Euro Neuro" ist offenbar "interessant" und "satirisch". Wir hätten uns eher gewünscht, dass sich Rambo vor dem Auftritt die Haare wäscht.

Die Show beginnt: Die drei Moderatoren Nargiz, Eldar und Laayla stehen auf der Bühne, die Show ist eröffnet. Die Kleider des Trios sitzen - die Witze weniger. Wir verzichten an dieser Stelle auf genauere Ausführungen über Geographie und Kultur des Gastgeberlandes Aserbeidschan. Wen das interessiert, der kann das hier nachlesen.

Auch die ganzen Abstimmunsgmodalitäten sollten in der Zwischenzeit klar sein. Unten im Text findet sich eine Zusammenfassung.

Die Ausgangslage: Um 21 Uhr beginnt der 1. Halbfinal des diesjährigen Eurovision Song Contest. Insgesamt 18 Nationen kämpfen darum, am kommenden Samstag, im grossen Finale, noch einmal auf der Bühne der Crystal Hall in Baku stehen zu dürfen - nur zehn werden es allerdings schaffen.

Wer das sein wird, bestimmen je zur Hälfte nationale Experten-Jurys und das internationale TV-Publikum per Telefon.

Die Experten-Jurys haben sich ihre Meinung gestern schon nach der Hauptpobe zum 1. Halbfinale gebildet. Das Televoting beginnt nach der letzten Darbietung. Anrufen können Personen aus allen am 1. Halbfinale teilnehmenden Ländern sowie zusäzlich die Zuschauer aus Aserbeidschan, Italien und Spanien.

Die Schweizer Sinplus, welche den Song "Unbreakable" darbieten werden, gehen mit der Startnummer 7 ins Rennen. Einfach werden dürfte es für die Truppe um die beiden Tessiner Brüder Ivan und Gabriel Broggini allerdings nicht.

Sinplus gehören nicht zum engeren Favoritenkreis, bei den Buchmachern rangieren sie auf den hinteren Plätzen. Gute Chancen hat gemäss den Wettbüros dafür etwa der russische Grosi-Chor Buranovskye Babushki mit seinem Lied "Party For Everybody".

Moderiert wird der Halbfinal übrigens von Nargiz, Eldar and Leyla. Im Schweizer Fernsehen führt Sven Epiney durchs Programm.

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