Anschlag in Manchester
Ariana Grande, Idol der Teenager – wählte der Attentäter deshalb ihr Konzert aus?

Sie gibt sich auf der Bühne sexy und selbstbewusst. Die Fans der Sängerin, die zum Ziel des Anschlags wurden, sind vor allem Jugendliche.

Lory Roebuck
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Auf der Bühne alles andere als Scheu: Popsängerin Ariana Grande (23)

Auf der Bühne alles andere als Scheu: Popsängerin Ariana Grande (23)

Keystone/EPA/MAST IRHAM

In knapp zwei Wochen, am 5. Juni, soll Ariana Grande im Zürcher Hallenstadion auftreten. Soll, denn denkbar ist, dass die 23-jährige Popsängerin ihre restliche Europatour nun absagt.

War es Zufall oder Absicht, dass ausgerechnet ein Konzert von ihr zum Ziel des Anschlages wurde? Fest steht nur: Der Auftritt in der Manchester Arena war restlos ausverkauft. Und: Unter den 21'000 Besuchern waren vor allem Kinder und Jugendliche.

Ariana Grande ist eines der grössten Teenie-Idole überhaupt. Auf der Social-Media-Plattform Instagram verfolgen sie über 106 Millionen Fans auf Schritt und Tritt. Sie hat damit doppelt so viele Follower wie Superstar Rihanna. Und ihre Musikvideos wurden auf Youtube bereits über sieben Milliarden Mal aufgerufen.

Das Markenzeichen der US-Sängerin mit italienischen Wurzeln sind ihr gewaltiges Stimmvolumen, ihre grossen Rehaugen und die aufgesetzten Häschenohren, die an die Playboybunnies erinnern. Musikalisch macht Ariana Grande süssen Kaugummi-Pop à la Selena Gomez und Miley Cyrus.

Offensive Auftritte

Ihr aktuelles Album heisst «Dangerous Woman» – doch hört man bei Ariana Grande genau hin, wirkt ihre Musik fast harmlos. Wenn es in ihrem grossen Hit «Problem» zur Sache geht, singt sie: «Wenn du mich berührst und sagst, dass du mich liebst, werde ich ein bisschen atemlos.»

In ihren Musikvideos und bei ihren Live-Auftritten dagegen geht Ariana Grande voll in die Offensive: rot gefärbte Lippen, kniehohe Stöckelstiefel und enge Kostüme, die vor allem ihre langen Beine in Szene setzen. Die zierliche Sängerin schwingt sexy ihre Hüften, sie kokettiert und bezirzt. Klar trägt ihr das aus prüderen Kreisen immer wieder Kritik ein.

Ariana Grande entgegnet: «Dass ich meine Sinnlichkeit ausdrücke, ist keine Einladung zu Respektlosigkeit. Nur weil eine Frau einen kurzen Rock trägt, heisst das nicht, dass sie nach einem Übergriff bettelt.» Als die Sängerin 2015 auf Twitter die Doppelmoral von Medien kritisierte, die sich auf den Beziehungsstatus weiblicher Popstars fixierten, wurde sie als feministische Heldin gefeiert.

Wurde die 23-Jährige samt ihren zahlreichen jungen Fans deshalb zur Zielscheibe eines terroristischen Akts? «Zerstört. Aus tiefstem Herzen: Es tut mir so so leid. Ich finde keine Worte», schrieb eine aufgerüttelte Ariana Grande wenige Stunden nach dem Anschlag auf Twitter. Ob ihr Konzert vor Schweizer Publikum übernächste Woche noch stattfindet, war bei Redaktionsschluss unbekannt.

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