Festival
55. Solothurner Filmtage verzeichnen über 66'000 Eintritte – das Festival im Rückblick

Die Solothurner Filmtage gingen am Mittwoch Abend mit der Preisverleihung und «Soirée de clôture» zu Ende. Die 55. Ausgabe verzeichnete über 66'000 Eintritte. Die neue Direktorin Anita Hugi ist zufrieden.

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Film ab! Die «Projection spéciale» bildete auch bei den 55. Solothurner Filmtagen der regionale Auftakt.
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Dort hatte die neue Direktorin Anita Hugi ihren ersten Auftritt an einem Filmtage-Rednerpult
Im Gewimmel der offiziellen Eröffnung am Mittwoch – hier bei der Ankunft der Filmcrew des Eröffnungsfilms «Moskau Einfach!»
Bundesrat Alain Berset sprach zu Eröffnung und sorgte für viele Lacher.
Gab zu reden: Die Nacht der Nominationen für die Schweizer Filmpreise wurde erstmals am 2. Festival-Tag durchgeführt.
In 9 Kinosälen wurden während einer Woche 179 Filme gezeigt. Hier werfen wir einen Blick ins Landhaus.
Gehört zu «Solothurn» genauso wie die vollen Kinosäle: Beizen, bis auf den letzten Platz besetzt.
Das Ticketsystem birgt Verbesserungspotential: Morgens war es jeweils während der ersten 30 Minuten überlastet. Der Gang an die Kassen oder an den Ticketdesk im Landhaus konnte eine Lösung
Im Future Lab konnten sich die Besucher eine VR-Brille überstülpen und damit verschiedene Filme betrachten.
Die Filmtage boten auch ganz viele Veranstaltungen, Gesprächsrunden und Informationen rund ums Thema Film.
Anita Hugi am Dienstag im «Atelier de la pensée» in der Säulenhalle.
Auch die musikalische Unterhaltung und Partys kamen nicht zu kurz.
Das Shuttle führte am Samstag Gäste zur Upcoming Award Night und Filmschulen-Party ins Attisholz.
Bis 5 Uhr morgens wurde dort getanzt. Die Filmschulen stellten die DJs.
Viel wurde über die Filmtage berichtet
«Soirée de clôture» als Abschluss der Filmtage: Die Preisträger Boutheyna Bouslama («Prix de Soleure») und Samir («Prix du Public»).

Film ab! Die «Projection spéciale» bildete auch bei den 55. Solothurner Filmtagen der regionale Auftakt.

Hanspeter Bärtschi

«Ich bin sehr glücklich mit der künstlerischen und numerischen Bilanz», kommentiert Anita Hugi, Direktorin der Solothurner Filmtage, die Resultate ihrer ersten Werkschau. «Das Programm der 55. Solothurner Filmtage stiess auf grossen Zuspruch. Mit über 66'000 Eintritten und einer Auslastung von 70.5% (+2%) in den Kinos stellen wir fest, dass das Interesse für den Schweizer Film erneut gestiegen ist. Am letzten Freitag, 24. Januar haben wir mit über 11'000 Eintritten den publikumsstärksten Freitag in der Geschichte des Festivals erlebt. Im Vorjahresvergleich (2019: 64'971) verzeichnen wir eine Zunahme von über 1'000 Eintritten. Nur im Jahr des 50. Jubiläums 2015 pilgerten mit insgesamt 68'000 Eintritten mehr Menschen an die Filmtage. 2020 standen im Vergleich zu den Vorjahren weniger Plätze zur Verfügung, u.a. weil das Kino Palace nach dem Umbau mit insgesamt weniger Sitzplätzen wiedereröffnet hat. Daher ist die Steigerung der effektiven Gesamtzahlen auf über 66'000 Eintritte besonders erfreulich».

Der «Prix de Soleure» ging am Mittwoch an Boutheyna Bouslama für ihren ersten langen Dokumentarfilm «A la recherche de l’homme à la caméra». Samir nahm für seinen Exilthriller «Baghdad in my Shadow» den «Prix du Public» entgegen. Zu den Preisen der 55. Solothurner Filmtage sagt Anita Hugi: «Dieser Palmarès steht für eine Vision der Solothurner Filmtage, die mir sehr gefällt. Er verbindet die Sprachregionen, die Generationen, die Genres und das Publikum in einem kreativen Dialog».

Boutheyna Bouslama und Samir mit ihren Preisen.

Boutheyna Bouslama und Samir mit ihren Preisen.

Tom Ulrich

Zu den weiteren Höhepunkten der Werkschau gehörten die Verleihung der Upcoming- Preise und die erste Party der Schweizer Filmhochschulen im ehemaligen Industrieareal Attisholz vor den Toren Solothurns. Dort nahm Dejan Barac der Nachwuchspreis der 55. Solothurner Filmtage für seinen kurzen Dokumentarfilm «Mama Rosa» entgegen. Nach einem Branchenanlass und der Preisverleihung tanzten gegen 1'000 Festivalbesucherinnen und -besucher bis in die frühen Morgenstunden. Über 170 Studierende aus allen Landesteilen nutzten die neue Filmstudierenden-Akkreditierung.

Das Spezialprogramm «Fokus» widmete sich vor vollen Rängen dem Boom des seriellen Erzählens. Der «Prix d’honneur» wurde der Filmverleiherin Bea Cuttat verliehen und die Scheinwerfer des Spezialprogramms «Rencontre» richteten sich auf die Dokumentarfilmregisseurin Heidi Specogna. Sie stellte während sieben Tagen ihr gesamtes, fast 40 Jahre überspannendes Oeuvre persönlich vor und gab in zwei öffentlichen Master classes Einblick in ihre Arbeit. Auch im Spezialprogramm «Histories du cinéma suisse» standen Regisseurinnen im Zentrum: Mit fünf Spielfilmen der Westschweizer Filmpionierinnen Patricia Moraz, Christine Pascal und Paule Muret wurden «bekannte Unbekannte» der Schweizer Filmgeschichte vorgestellt. Den Abschluss des ausverkauften filmhistorischen Programms bildete eine Wikipedia-Schreibwerkstatt, wo in Zusammenarbeit mit «Who writes his_tory» und Wikimedia Schweiz Einträge zu Frauen im Schweizer Film verfasst wurden.

Stimmungsbilder von den 55. Solothurner Filmtagen
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Anstehen an der Kasse im Landhaus
Der Einlass befindet sich im ersten Stock
Rund 180 Filme sind im Programm zu finden.
Solothurn wird während der Filmtage in gelbes Licht getaucht
Die Laternen sind allesamt mit gelber Folie eingekleidet
Das «Kreuz» als beliebter Treffpunkt
Im Future Lab
Stimmung in der Kantine Attisholz
Festival-Direktorin Anita Hugi
Im Foyer des Kino Canva
Die Crew von «O Fim Do Mundo» beim Photocall in der Säulenhalle des Landhauses.
Kino Capitol mit Sternenhimmel
Blick in eine volle Reithalle
Auch dieses Foto entstand in der Reithalle
Pfützen-Spiegelung der Jugendherberge
Solothurn by night

Stimmungsbilder von den 55. Solothurner Filmtagen

Hanspeter Bärtschi

«Die starke weibliche Präsenz zeigte sich auch im Panorama Schweiz. Ich freue mich besonders, dass wir im Januar 2020 erstmals Parität bei den aktuellen kurz- und mittellangen Filmen im Programm erreichen konnten», erläutert Anita Hugi. «In den Preissektionen war der Anteil an Schweizer Regisseurinnen ebenfalls erfreulich hoch».

Im Rahmen der 55. Solothurner Filmtage fand zudem das erste «Atelier de la pensée» zum Thema «Fremde Länder, fremde Bilder?» in der Säulenhalle des Landhauses statt. 12 Filmschaffende trafen sich vor rund 100 Interessierten zu einem Austausch über den Umgang mit postkolonialen Bildern im Schweizer Film.

Die 55. Solothurner Filmtage zeigten vom 22. bis 29. Januar 2020 im «Panorama Schweiz» auf neun Leinwänden insgesamt 179 kurze, mittellange und lange Schweizer Filme. (mgt)

Und wir erinnern uns gerne an die Eröffnungsrede von Bundesrat Alain Berset: