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FILM: Schwarze Superkraft

Mit «Black Panther» kommt der erste schwarze Superheld ins Kino. Ein gelungener Action-Film, der im Kern die kontroversesten Debatten unserer Zeit führt.
Johannes von der Gathen/dpa
Der erste Blockbuster mit fast ausschliesslich schwarzen Darstellern: Eine Szene aus «Black Panther». (Bild: Walt Disney Pictures)

Der erste Blockbuster mit fast ausschliesslich schwarzen Darstellern: Eine Szene aus «Black Panther». (Bild: Walt Disney Pictures)

Johannes von der Gathen/DPA

Die Zeiten ändern sich auch in Hollywood rasant. Vor der Oscar-Verleihung 2016 noch bündelte sich unter dem Hashtag OscarsSoWhite die Empörung darüber, dass kein einziger schwarzer Darsteller nominiert worden war. In diesem Jahr gibt es immerhin vier Nominierungen, zwei in der Kategorie Bester Hauptdarsteller und zwei für die Beste Nebendarstellerin. Und noch bevor die Trophäen Anfang März verliehen werden, ist mit «Black Panther» der erste Superheldenfilm mit fast nur farbigen Akteuren vor und hinter der Kamera in den ­Kinos.

Der Kampf um den Thron

Inspiriert von der 1966 zum ersten Mal erschienenen Comic­reihe, spielt dieser vielschichtige, politisch relevante Actionfilm aus dem Marvel-Kosmos im fiktiven, technologisch hoch entwickelten afrikanischen Staat Wakanda. Im Sci-Fi-Spektakel rauschen Hochgeschwindigkeitszüge durch eine glamouröse Megacity inmitten von spektakulärer Natur. Trotzdem ist das weitgehend isolierte Wakanda, das dank eines seltenen Rohstoffs zum Wohlstand ­gekommen ist, keine heile Welt. Nach dem gewaltsamen Tod seines Vaters kehrt der Königssohn T’Challa (Chadwick Boseman) in seine Heimat zu seiner Mutter Ramonda (Angela Bassett) zurück. Von Anfang an muss T’Challa, der sich bei Bedarf in den Superhelden Black Panther verwandeln kann, um seine Herrschaft kämpfen, eifersüchtig beäugt von Rivalen wie dem Stammesfürsten W’Kabi, gespielt vom Oscar-nominierten Daniel Kaluuya («Get Out»). Unter der Oberaufsicht des Magiers Zuri (Forest Whitaker) muss der friedliebende König Duelle auf Leben und Tod bestehen. Unterstützt wird T’Challa von einer weiblichen Spezial­einheit, zu der Kämpferin Nakia (Lupita Nyong’o) gehört. Und von seiner Schwester Suri (Letitia Wright), die immer die neuesten technischen Gadgets auf Lager hat. Da kommt auch Humor ins Spiel, der in diesem ambitionierten Abenteuer unter der Regie von Ryan Coogler nur spärlich aufblitzt. Unfreiwillig komisch wirkt der weisse, bizarr tätowierte Waffenhändler Ulysses Klaue (Andy Serkis). Als guter weisser Amerikaner sorgt Martin Freeman («Sherlock») für entspannte Momente.

Tatsächlicher Wandel oder cleverer Marketingtrick?

Die Comic-Verfilmung weitet sich, unterlegt vom Soundtrack des Hip-Hop-Stars Kendrick Lamar, zum Familiendrama mit shakes­pearschen Dimensionen. T’Challas Gegenspieler, der skrupellose Erik Killmonger (Michael B. Jordan), will den Tod seines Vaters rächen, den er T’Challas verstorbenem Vater anlastet. Der in den USA aufgewachsene Killmonger entpuppt sich als eine Art schwarzer Rächer, der auf weisse Gewalt mit Gegengewalt antwortet. Dagegen steht König T’Challa mit Anspielungen auf Nelson Mandela als Versöhner. Zum Ende hin geriert sich der Film sehr staats­tragend: T’Challa verkündet bei einer Versammlung der Vereinten Nationen die Öffnung seines Landes zum Wohle der ganzen Menschheit.

Man kann nun darüber streiten, ob «Black Panther» ein Indiz für einen Wandel zu mehr Diversität in Hollywood ist oder nur ein Marketingtrick, um nach einer schier endlosen Reihe von weissen Superhelden den Zuschauern Neues zu bieten. Wie auch immer: Die starke Vision einer friedlichen afrikanischen Hightech-Nation ist allemal sehenswert.

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