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Erster Preis für Südkorea

Die Goldene Palme geht an Kultregisseur Bong Joonho für seinen Film «Parasite». Das südkoreanische Meisterwerk läuft ab Herbst auch in der Schweiz.
Lory Roebuck, Cannes
Der südkoreanische Filmemacher Bong Joon-ho nach der Preisvergabe in Cannes. Foto: Petros Giannakouris

Der südkoreanische Filmemacher Bong Joon-ho nach der Preisvergabe in Cannes. Foto: Petros Giannakouris

Zum ersten Mal in der 72-jährigen Geschichte der Filmfestspiele von Cannes geht der Hauptpreis, die Goldene Palme, an ein Werk aus Südkorea. «Parasite» von Kultregisseur Bong Joon-ho galt im Vorfeld der Preisverleihung am Samstagabend als grosser Favorit auf die begehrte Auszeichnung – was allerdings nichts heissen musste. Bereits vor einem Jahr wurde mit «Burning» (Regie: Lee Chang-dong) ein koreanischer Film als klarer Favorit gehandelt – und ging am Ende leer aus.

Die diesjährige, neunköpfige Wettbewerbsjury um den oscarprämierten Regisseur Alejandro Gonzalez Inaritu («The Revenant») kam laut eigenen Angaben zu einem einstimmigen Wahlergebnis. «Parasite ist ein einzigartiges Filmerlebnis», sagte Inaritu. «Er thematisiert auf humorvolle und zärtliche Weise einen dringlichen, globalen Konflikt.»

«Parasite» handelt von einer verarmten koreanischen Familie, die sich mit Lügen und Arglist nach und nach in das Anwesen einer reichen Familie hineinwurmt. Was als freche Komödie beginnt, entwickelt sich im Filmverlauf zu einer pointierten, wütenden und gewalttätigen Abrechnung mit der Zweiklassengesellschaft. Regisseur Bong Joon-ho hatte sich bereits mit früheren Filmen («Okja», «The Host», «Memories of Murder») als Spezialist für komplexe Genremischungen bewiesen. Mit «Parasite», da waren sich in Cannes alle einig, ist ihm sein bislang bester Film gelungen.

Schweizer Premiere in Locarno erwartet

Der Schweizer Filmverleiher Filmcoopi bringt «Parasite» laut eigenen Angaben «diesen Herbst» in die Deutschschweizer Kinos. Die Schweizer Premiere dürfte indes bereits diesen August am Locarno Festival stattfinden. Dort wird nämlich «Parasite»-Hauptdarsteller Song Kang-ho, wie bereits bekannt war, mit dem diesjährigen Excellence Award ausgezeichnet. Man darf davon ausgehen, dass er seinen neuen Film im Gepäck hat.

Weitere wichtige Auszeichnungen in Cannes gingen an die Dardennes-Bürder (beste Regie für «Young Ahmed»), Newcomerin Mati Diop (Grand Prix für «Atlantique») und Celine Sciamma (Drehbuchpreis für «Portrait de la jeune fille en feu»). Die Darstellerpreise gingen an den Spanier Antonio Banderas für «Dolor y Gloria» und an die Britin Emily Beecham für «Little Joe». Quentin Tarantino ging mit seinem neuen Werk «Once Upon A Time in Hollywood» dagegen leer aus.

Der Starregisseur liess in Cannes am Wochenende durchblicken, dass er den Film zum offiziellen Kinostart hin (15. August) möglicherweise noch umschneide.

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