Figurentheater St.Gallen: Der Samichlaus muss im Bett bleiben

Das Figurentheater St.Gallen zeigt mit «Samichlaus gsuecht!» ein neues Samichlaus-Stück. Endlich spielt auch wieder ein Esel mit.

Roger Berhalter
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Eliane Blumer, der kranke Samichlaus und Eselin Myra. (Bild: Tine Edel)

Eliane Blumer, der kranke Samichlaus und Eselin Myra. (Bild: Tine Edel)

Was für ein Pech: Der Samichlaus hustet und fröstelt, dabei sollte er doch längst seinen Sack packen und Nüsse und Mandarinli zu den Kindern bringen. Doch so grippig, wie er ist, kann er unmöglich aufstehen. Zum Glück hat er seine Eselin Myra, die sich in der Märchenzentrale bei Frau Holle meldet, um einen Ersatz-Samichlaus zu suchen.

Mit «Samichlaus gsuecht!» bringt das Figurentheater St.Gallen zusammen mit dem Theater «fabula!» eine neue Samichlaus-Geschichte auf die Bühne. Premiere war am Samstag. Damit wagt das Figurentheater einen weiteren Samichlaus-Versuch. Vor drei Jahren setzte die neue Theaterleitung jenes Samichlaus-Stück ab, das während vieler Jahre am Figurentheater gespielt worden war.

Die neue Eigenproduktion «Samichlaus du guete Maa» sollte ab 2017 an diese Tradition anknüpfen. Doch das Stück habe nicht den Erwartungen des Publikums entsprochen, sagt Frauke Jacobi vom Figurentheater: «Es war eben keine klassische Samichlaus-Geschichte, zudem fehlte der Esel.»

Sogar der böse Wolf bewirbt sich für den Job

Jetzt ist der Esel – oder genauer: die Eselin – wieder da, und wer eine vergnügliche Samichlaus-Geschichte für die ganze Familie erwartet, wird vom neuen Stück unter der Regie von Matthias Ott nicht enttäuscht. Auf der Bühne agiert Eliane Blumer allein und äusserst vielseitig: Die St.Gallerin ist Erzählerin, Schauspielerin, Puppenspielerin und Sängerin in einem.

Frau Holle von der Märchenzentrale hilft bei der Suche nach einem Ersatz-Samichlaus. (Bild: Tine Edel)

Frau Holle von der Märchenzentrale hilft bei der Suche nach einem Ersatz-Samichlaus. (Bild: Tine Edel)

Die Handlung des rund 45minütigen Stücks bietet Blumer Gelegenheit, die halbe Märchenwelt Revue passieren zu lassen. Um den Samichlaus-Job bewerben sich nämlich unter anderem das Rotkäppchen, der gestiefelte Kater, Däumeline und sogar der böse Wolf. Letzterer tritt nicht in echt auf, sondern animiert auf einer Leinwand; auch Trickfilme treiben die Handlung voran.

Alle Bewerber sind auf ihre Weise ungeeignet für den Job: Dornröschen döst ständig weg, Schneewittchen hat eine Apfelallergie, und Hänsel und Gretel essen alle Süssigkeiten selber. Schliesslich aber – soviel sei verraten – findet Eselin Myra doch noch einen Samichlaus-Ersatz, und das Publikum erfährt dabei auch, woher der Schmutzli kommt.

«Samichlaus gsuecht!»: 27./30.11. und 1./4.12., jeweils 14.30 Uhr (ab vier Jahren)
Spielplan und Ticketreservation hier.

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