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FESTIVAL: Vom Solodrummer bis zum Sinfonieorchester

Im Mai wird Schaffhausen zum 28. Mal zur Hauptstadt des aktuellen Schweizer Jazz. Und erneut wird auch wieder über den Jazz debattiert.

Das Jazzfestival Schaffhausen verspricht an vier Tagen im Mai eine spannende Momentaufnahme des Schweizer Jazz. Eröffnung ist Mittwoch, 10. Mai, im Stadttheater: In Zusammenarbeit mit dem Lucerne Festival Academy Orchestra präsentiert das Festival Andreas Schaerers «The Big Wig», Resultat des Kompositionsauftrags für das Sinfonieorchester. Die 66 Musiker stehen erstmals gemeinsam auf einer Festivalbühne. Als Gegensatz dazu der Berner Rhythmus-Magier Julian Sartorius, der den Abend mit seinen Rhythmus- und Klanglandschaften eröffnet – solo.

Dreitägiger Solo-Zyklus mit Perkussionist Fredy Studer

Sartorius ist auch beim Colin ­Valon Trio am Donnerstag mit dabei. Valon gilt als Pianist mit ­lyrischem Tiefgang; ECM-Chef Manfred Eicher hat den Romand vor acht Jahren in Schaffhausen entdeckt. Dann noch einer der wichtigsten Schweizer Perkus­sionisten: Fredy Studer, seit 40 Jahren stets an vorderster Front des neuen Jazz mit dabei. Noch nie hat Studer solo ge­spielt im grösseren Rahmen; jetzt bereitet er einen dreiteiligen ­Solo-Zyklus vor. 2016 war die Schweiz Gast an der «jazzahead Bremen», Europas wichtigster Jazzmesse. Da haben Lucas ­Siseras «Roofer» und Christoph Irniger Spuren hinterlassen. Ebenfalls das erste Mal in Schaffhausen ist der Genfer Pianist Florian ­Favre: klassisch und im Jazz ausgebildet, aber auch im Dancefloor-Bereich unterwegs.

Der Samstag zeigt, wie junge Jazzmusiker die Tradition hochhalten, aber offen sind für neue Strömungen. Urs Vögeli, ein in manchen Projekten engagierter Schaffhauser Gitarrist, tauft ­seine CD «Ghost Town»: grossstäd­tische Musik, komponiert und improvisiert, die neben Eigenkompositionen auch bekannte Hits als Inspirationsquelle nutzt. Das Simon Spiess Trio – erweitert durch den Genfer Rapper Naya – verbindet verschiedene Welten: Jazz und Rap, Instrumentalmusik und Spoken Word.

Zwei weitere Bühnen ergänzen auch heuer das Hauptprogramm. Neu ist das Festival Freitag und Samstag in der Neustadt-Bar zu Gast: «steady gig» mit Club­charakter. Franco Ambrosetti, Altmeister an der Jazztrompete, tritt an zwei Tagen auf. Er bezeichnet den Jazzclub als «Fitnessclub für Jazzmusiker»; die Nähe zum Publikum sei das, wofür der Jazzer lebe. Im TapTab Club präsentiert Dominik Burkhalter Sounds und Ästhetik einer jüngeren oder junggebliebenen Szene; da hat von Live-Electro, R&B, Soul bis Rap alles Platz. Das Avant-Art-Duo JPTR veröffentlichte 2016 zu jedem Vollmond einen neuen Song, und von New York und London bis Berlin und Paris schwärmten Szenekenner von den experimentellen Videos und dem unverwechselbaren Sound, verglichen das Duo mit Björk oder FKA Twings.

Was hat der Tango, was das Appenzell nicht hat?

«Volksmusik» wie Tango, Flamenco, Salsa, Musette oder ­Klezmer befruchtet allerorten den Jazz – wieso kaum in der Schweiz? Ist bei uns «Volksmusik» vor­wiegend nationalkonservativ und damit politisch besetzt? Welche Haltung, welches Handeln ist gefordert? Die Basler Saxofonistin, Komponistin und Arrangeurin Sarah Chaksad leitet die Schaffhauser Jazzgespräche. (red)

Mi–Sa, 10.–13. Mai. Infos und Programm auf jazzfestival.ch

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