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FESTIVAL: «Die ersten Eindrücke sind prägend»

Ende Februar wird die Lokremise St. Gallen zum Schaufenster für aktuelles Kinder- und Jugendtheater aus der gesamten Schweiz. Mit von der Partie bei «Jungspund» sind das Theater St. Gallen und das Figurentheater mit je einer Premiere.
Bettina Kugler
Sein Name ist Schaf: Peter Rinderknecht mit jungem Publikum auf der grünen Wiese. (Bild: PD)

Sein Name ist Schaf: Peter Rinderknecht mit jungem Publikum auf der grünen Wiese. (Bild: PD)

Bettina Kugler

bettina.kugler

@tagblatt.ch

Die üblichen Verdächtigen und Helden aus Gutenachtgeschichten glänzen durch Abwesenheit: kein Räuber Hotzenplotz, kein Peter Pan weit und breit, weder Pippi Langstrumpf noch Ronja Räubertochter. Wer sich vom 21. Februar bis zum 3. März beim Kinder- und Jugendtheaterfestival «Jungspund» in St. Gallen auf Erkundungsreise begibt, wird nicht Altbekanntes auf der Bühne wiederfinden, sondern Neues und Überraschendes entdecken.

Elf Tage lang wird die professionelle Schweizer Szene in der Lokremise zu Gast sein und aktuelle Produktionen für Zuschauer ab vier, ab sechs oder ­sieben, ab zehn oder zwölf Jahren aufwärts zeigen: Theater «für ein wachsendes Publikum», wie es ein alter Hase des Metiers, Peter Rinderknecht, gern augenzwinkernd nennt. Er selbst ist mit von der Partie bei «Jungspund»; im Stück «Mein Name ist Schaf» (6+) wird er von einem Schaf auf ­Namenssuche erzählen: nah am Publikum, das es sich ringsum auf Kunstrasen bequem macht.

Schulvorstellungen sind fast schon ausverkauft

Mehr als sechzig Produktionen hat sich die Programmgruppe in der Planungsphase des Festivals angeschaut; der Spielplan sollte alle Altersgruppen abdecken und Einblick geben in die künstle­rische Vielfalt des aktuellen Theaterschaffens für Kinder und Jugendliche. «In dieser Dichte und Konzentration will es die Lust auf ­verschiedene Formen und Stoffe wecken», sagt Anja Horst, Chefdramaturgin am Theater St. Gallen, das mit dem Figurentheater St. Gallen eines der «Jungspund»-Partnerhäuser ist. «Man müsste weit herumreisen, um das alles ausserhalb eines Festivals sehen zu können.» Frühzeitig wurde der Kontakt zu Schulen gesucht. Mit Erfolg: Die Vormittagsvorstellungen sind fast komplett aus­gebucht. «Das zeigt, dass Bedarf nach Theater besteht und dass das Programm Lehrerinnen und Lehrer anspricht.»

Für sie und Frauke Jacobi, Leiterin des Figurentheaters, ist es zudem eine wünschenswerte Ergänzung ihres Saison-Spielplans. Die Altersgruppe zwischen 6 und 13 kommt darin oft zu kurz. Beide Häuser müssen aus Gründen der Auslastung, der Ensemble­organisation oder der erforder­lichen Mobilität Stücke anbieten, die sich eher an die Kleinen richten – oder an Jugendliche. «Oft sind Stücke für grössere Kinder auch grösser besetzt; so viele Schauspieler kann ich nicht aus dem laufenden Betrieb abziehen», sagt Anja Horst.

Kindertheater wird oft stiefmütterlich behandelt

Sie selbst hat gerade «Wolf sein» als mobile Produktion inszeniert: ein Stück ab fünf für jedes Alter. Kinder- und Jugendtheater, so ihre Erfahrung, werde von Intendanten gerne gelobt und gross­geschrieben, aber dann doch eher stiefmütterlich behandelt und Anfängern anvertraut. «In der Szene ist auch bekannt, dass man schwer wieder herauskommt aus der Kindertheater-Ecke», sagt Frauke Jacobi. Beide können über diese Geringschätzung der Sparte nur den Kopf schütteln. «Die ersten Eindrücke sind prägend; sie entscheiden darüber, ob jemand später wieder ins Theater geht oder nicht.»

«Jungspund» wird künftig alle zwei Jahre der Schweizer ­Szene eine Plattform zum künstlerischen Austausch bieten. Dafür gibt es ein reichhaltiges Vermittlungs- und Rahmenprogramm. Neben der Lok als Festival­zentrum ist das Figurentheater ein weiterer Spielort, klein und fein. Und wie das Theater St. Gallen mit einer Premiere im Programm vertreten.

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