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Kunststudierende im akku Emmen:
Feng-Shui einmal ganz anders

In der akku Kunstplattform ereignet sich zurzeit ein kuratorisches Experiment: Kunststudierende der Hochschule Luzern präsentieren ihre Arbeiten nach der Raumlehre Feng-Shui. Wir helfen Ihnen, dabei den Überblick zu behalten.
Nadine Meier
Impressionen von der Vernissage der Ausstellung K+ Pop-Up der HSLU Design und Kunst in der akku Kunstplattform in Emmenbrücke. (Bilder: Philipp Schmidli, 29. März 2019)Impressionen von der Vernissage der Ausstellung K+ Pop-Up der HSLU Design und Kunst in der akku Kunstplattform in Emmenbrücke. (Bilder: Philipp Schmidli, 29. März 2019)
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Die besten Bilder von der Ausstellung «K+ Pop-up» im akku Emmen

«Das ist keine Ausstellung, das ist ein System»: So wird man in der Ausstellung «K + Pop-up» an der Vernissage empfangen. Was am Anfang etwas verwirrend klingt, erweist sich im Laufe des Abends als treffende Beschreibung. ­Kuratiert werde die Austellung nämlich von der Harmonielehre Feng-Shui und nicht von einem Kuratorenteam, wie das Leitungsteam der Bachelor-Ausbildung zu Kunst und Vermittlung, San Keller und Sebastian Utzni, erzählt.

Die Idee dazu kam der Studentin Lena Pfäffli, die mit ihrer eigenen, ebenfalls ausgestellten Arbeit, einem Bagua-Kompass (siehe Bild unten rechts), den Grundstein für die Ausstellung legte. Dieser Kompass teilt den Fluss der Lebenskraft Qi in Himmelrichtungen und Lebensbereiche. «Wir stellten die von ihr erschaffene Scheibe auf den Boden. Von dort aus spannten wir Schnüre, damit wir die Zonen einteilen konnten», erzählt Ramon, einer der künstlerischen Assistenten des Studiengangs Kunst und Vermittlung der Hochschule Luzern.

Eine Katze in einem Hund

Natürlich ist Feng-Shui unendlich viel komplexer, deshalb der Konzepttitel der Ausstellung («Fast Food Feng Shui Curating») – eine Schnellbleiche quasi. Das Konzept des Rades erlaube es aber, auf spielerische und rasche Weise die Arbeiten im Raum zu verteilen. Mithilfe eines dafür extra entwickelten Flussdiagramms und der Frage, welche Kategorie für das ausgestellte Werk am besten passt, konnten die Studierenden ihre Werke im Raum verteilen.

Wo soll der Betrachtende die Arbeit spüren? In den Händen (Nordost), im Herz (Süden), auf der Haut (Südwesten)? Zu welchem Element passt die Arbeit am ehesten: zu Holz, Wasser, Metall, Feuer oder Erde? Aber auch Ansätze, wie etwa die runde Form (Nordwesten) oder das gewählte Material, konnten ausschlaggebend sein für die Platzierung.

Die Arbeit von Nicola Cavegn (24) aus Zug findet sich beispielsweise im (süd)östlichen Teil des Austellungsraumes wieder. Zugeordnet ist dort das Element «Holz». Seine Arbeit («Katze in Hund»), eine grossformatige Zeichnung, die eine Katze im Bauch eines Hundes zeigt, ist dann auch tatsächlich aufgezogen auf eine Leinwand, die er selbst aus Holz gebaut hat. «Ich habe Kinderzeichnungen von mir aussortiert, diese fotografiert und dann per Beamer auf eine Leinwand projiziert», erklärt Cavegn sein Vorgehen. Anschliessend sei er den Linien erneut mit Malkreide nachgefahren. Das Unterbewusste nochmals bewusst darzustellen, indem er der Kinderzeichnung akribisch nachgefahren und auch dessen Fehler übernommen habe, sei seine hauptsächliche Absicht gewesen.

Junge Kunstschaffende sollen raus aus dem Atelier

Kunst plus: Das Plus im Titel der Ausstellung steht für die Kunst ausserhalb des Kunstkokons: Die Ausstellung wurde als Übungsplattform für die Studierenden ins Leben gerufen, damit sie sich bereits während des Studiums in realen Ausstellungssituationen üben und zurechtfinden können. Es ist auch dazu da, zu erleben, wie das Werk ausserhalb des Ateliers funktioniert. Damit soll mit dem gängigen Konzept gebrochen werden, dass häufig erst nach Abschluss eines Kunststudiums mit der eigenen Autorenschaft und Werken in die Welt hin­ausgegangen wird.

In der K + Pop-up-Ausstellung nehmen alle Erst- und Zweitsemestrigen des Kunst- und Vermittlungsstudiengangs von dieser Gelegenheit Gebrauch, obwohl die Teilnahme freiwillig war. «Es ist wichtig, dass man rausgeht. Die Möglichkeit wahrzunehmen, bereits während eines Kunststudiums die üblichen Mauern der Schule und der Universität zu verlassen und die realen Ausstellungsbedingungen kennen zu lernen», sagt akku-Kuratorin Lena Friedli.

Nützlich ist Handy mit QR-Code-Leser

Auch Sebastian Maciagowski (38) macht von diesem Angebot gerne Gebrauch. Seine Arbeit verortet er im westlichen Teil des Ausstellungsraumes. Es lässt sich nur erahnen, ob sie dort ist, weil dem Westen das Element «Metall» zugeordnet ist und seine zwei Schwarzweissfotografien auf Aluminiumplatten aufgezogen sind. Aber auch die Farbe könnte ausschlaggebend gewesen sein, ist doch laut dem Austellungsplan der Westen den Farben Weiss, Grau, Silber und Gold zugeordnet. Für interessierte Besucher empfiehlt es sich, ein Handy mit QR-Code-Leser mitzubringen. Denn erst damit ist es möglich, vollen Zugang zu Maciagowskis Arbeit zu erlangen und damit deren vollständige Tiefe zu erschliessen. Die Ausstellung zeigt einen erfrischenden Überblick über die unterschiedlichen Tätigkeitsbereiche der Studierenden, und über zu wenig kann man sich kaum beklagen. Das Spektrum reicht von Performance, Videoarbeiten über klassische Malerei bis zu Fashion-Fotografie und Installationen. Dadurch, dass aber weder einen Ausstellungstext aufliegt noch Werkschilder existieren (auch wenn dies bewusst so entschieden wurde), kann es für den einen oder anderen eine Herausforderung werden, selbstständig in die Werke einzutauchen und sich in der Ausstellung zurechtzufinden.

K  +  Pop-up, Gerliswilstrasse 23, Emmenbrücke, akku Kunstplattform, www.akku-emmen.ch. Ausstellung geöffnet: Sonntag, 31. März., 10–17 Uhr, Donnerstag, 4. April, 14–17 Uhr (ab 17 Uhr: öffentlicher Ausstellungsabbau).

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