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Feine Linien in der Dämmerung

Im Alter von 4 Jahren stand er erstmals auf der Bühne, mit 13 entdeckte er die Rockmusik, mit 17 inszenierte er eine Peter-Gabriel-Show und mit bald 19 veröffentlicht der Engelburger Gion Stump seinen ersten Tonträger.
Michael Hasler
Lighthouse Project als Trio mit Gion Stump (Mitte), Claudio Weder und Orlando de Toffol. (Bild: pd)

Lighthouse Project als Trio mit Gion Stump (Mitte), Claudio Weder und Orlando de Toffol. (Bild: pd)

Es war an einem unfreundlich kalten Abend vor rund zwei Jahren, als sich zwei Tagblatt-Redakteure anschickten, mit eben so viel Vorbehalten wie Vorfreude im Lagerhaus eine Peter-Gabriel-Show zu besuchen. Beide staunten nicht schlecht, als sich auf der Bühne kein gestandener Titan, sondern ein 17jähriger Adoleszenter daran machte, zusammen mit seinen Kollegen die komplexen Popsongs von Peter Gabriel umzusetzen.

Während das Konzert die wunderbare, aber vergängliche Sorglosigkeit der Jugend atmete, blieb die Frage über den Abend hinaus lebendig, was wohl aus dem umtriebig-eigenwilligen Frontmann Gion Stump werden würde.

Epen und Balladen

Mehr als zwei Jahre später nun liefert der Engelburger mit der Veröffentlichung seines ersten Tonträgers «Fine Lines at Dawn» die Antwort gleich selber. Das Album klingt wie Stumps Weg selbst: vielschichtig, eigenwillig, unverbraucht und expressiv.

Die Songs klingen immer wieder nach den wunderbar experimentellen Kunstrock-Phasen der späten 70er- und frühen 80er-Jahre und scheren sich einen Deut um Charttauglichkeit. Im Gegenteil – zusammen mit seinem Bruder Reto Stump (Drums), Claudio Weder (Piano), Orlando De Toffol (Gitarre) und Janos Mijnssen (Bass) sind es kleine Epen und grosse melancholische Balladen, die er zum Leben erweckt.

Nicht immer glückt das Wagnis, nicht immer sind die Arrangements so dicht, so ausgearbeitet, wie die komplexe Songarchitektur verlangen würde, und doch verströmt der Tonträger die wichtigste Essenz echter Musik: Leidenschaft.

In Gabriels Tonstudio

Stilistisch ist Gion Stumps Lighthouse Project – bei allen Ausflügen in den Artrock, in Psychedelic-Rock und Worldmusic – gut gemachter Pop.

Chris de Burgh (für den er einen Song schrieb), selbstredend Peter Gabriel und auch Nick Cave sind intertextuell immer wieder zu finden, ohne dass es Stump unterlassen würde, seine persönliche, larmoyant-düstere Welt aufzubauen. Nicht nur kompositorisch, auch soundtechnisch ist sein Übervater auf Stumps Erstling vertreten.

Während die Band die Grundaufnahmen in Beat Fraefels Offbeat-Studio machte, pilgerte Stump für den Endmix auf den Spuren Peter Gabriels und verpasste seinem Werk den letzten Schliff in dessen Londoner Lieblingsstudios, den Metropolis Studios. «Fine Lines at Dawn» erscheint in diesen Tagen und ist vorläufig über die Homepage erhältlich. Flankiert wird der Release von einer Tour durch die Schweiz. Am Donnerstag tritt das Trio in Arbon auf; am Samstag ab 14 Uhr am St. Galler Fest auf der Globusbühne.

CD und Infos unter: www.gionstump.ch

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