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In St.Gallen liebt man Sachbücher, im Thurgau Schweizer Literatur: Diese Bücher wurden 2020 am häufigsten ausgeliehen

In der Kantonsbibliothek St.Gallen schwingt die Autobiografie der ehemaligen First Lady Michelle Obama obenauf, in der Kantonsbibliothek Thurgau setzt man auf die irische Bestsellerautorin Lucinda Riley. Aber auch der Frauenfelder Autor Usama Al Shahmani ist sehr beliebt.

Christina Genova
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Zeigen sich bei den beliebtesten Büchern 2020 in Ostschweizer Bibliotheken Corona-Effekte? Zumindest bei den fünf in den Kantonsbibliotheken Thurgau und St.Gallen am häufigsten ausgeliehenen Büchern lässt sich dies nicht feststellen. Auf Platz eins in St.Gallen steht die Autobiografie der ehemaligen US-First-Lady Michelle Obama. Ist dies ein Hinweis darauf, dass die St.Galler Leserinnen und Leser sich im US-Wahlkampfjahr nach einer demokratischen Präsidentin sehnten?

Auf Platz zwei befindet sich mit «Bagage», dem Bestseller-Roman der Vorarlbergerin Monika Helfer, das einzige Buch mit regionalem Bezug in den Top Five. Die Autorin verarbeitet darin ein Stück Familiengeschichte. Platz fünf belegt mit «Platzspitzbaby» das Buch zum erfolgreichen Schweizer Film, der 2020 in die Kinos kam.

Leseförderung nützt

Im Vergleich zur Thurgauer Bestenliste fällt auf, dass die St.Gallerinnen und St.Galler ein Faible für Sachbücher haben. Denn auf der Thurgauer Liste befindet sich auf den ersten fünf Plätzen ausschliesslich Belletristik. Die Thurgauerinnen und Thurgauer schwärmen offenbar für die irische Autorin Lucinda Riley und ihre Bestseller-Serie über sieben Schwestern. Band sechs und Band fünf landen auf Platz eins beziehungsweise fünf.

Die übrigen Thurgauer Plätze werden von Schweizer Literatur belegt. Der Frauenfelder Autor Usama Al Shahmani, der die Buchvernissage seines dritten Romans in der Kantonsbibliothek feierte, ist damit auf dem dritten Platz. Dass Leseförderung fruchtet, zeigt der zweite Platz: Simone Lapperts «Der Sprung» war Teil der Lesekampagne «Frauenfeld liest ein Buch 2020».