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FAMILIE «: Märchenhafte Familienbande

Tatort»-Schauspieler Stefan Gubser will Kinder leichter einschlafen lassen. Dafür erzählt er auf Schweizerdeutsch Grimm-Märchen, seine Tochter Stefanie singt dazu Gutenachtlieder.
Katja Fischer De Santi
Vater und Tochter Gubser lieben Märchen, weil dort das Gute stets über das Böse siegt. (Bild: Joan Minder)

Vater und Tochter Gubser lieben Märchen, weil dort das Gute stets über das Böse siegt. (Bild: Joan Minder)

Interview: Katja Fischer De Santi

Frau Gubser, welche Erinnerung haben Sie selbst ans Vorlesen und Vorsingen?

Ich erinnere mich an wilde Erzählnächte, bei denen ich vor Spannung am Bettlacken kaute, an einlullende Lieder, die ich während des Einschlafens mitsummte und an unzählige frohe Momente mit meiner Familie. Es war die Zeit, den Tag nochmals vorbeiziehen zu lassen, runterzufahren. Ich fühlte mich geborgen.

Nun haben Sie zusammen mit Ihrem Vater, Stefan Gubser, ein Vorlese- und Singbuch veröffentlicht. Wer kam auf die Idee zu diesem Projekt?

Eines Abends bei meiner Freundin Sonja, als der Kleine zum dritten Mal aus dem Zimmer kroch und nicht einschlafen wollte, dachte ich: Ich schlief immer gut mit Nachtliedern ein, ich werde ihm zum Geburtstag eine Version aller meiner Lieblingsschlaflieder zu Hause aufnehmen. Am nächsten Tag war ich mit meinem Vater verabredet und fragte ihn spontan, ob er Lust hätte, dazu Märchen zu lesen, und so geschah es.

Gibt es nicht schon genug Grimm-Bücher? Und Trudi Gerster hat doch schon die ultimative Dialekt-Fassung der Märchen in den 1980er-Jahren abgeliefert?

Es stimmt, Grimm-Märchen werden immer wieder aufgenommen. Dies liegt wohl einfach daran, dass sie immer wieder von Neuem berühren und uns in Fabelwelten abtauchen lassen, die uns faszinieren. Wir fanden es spannend, die Märchen ins heutige Schweizerdeutsch zu übersetzen und sie so der neuen Generation Kinder nahezubringen und als Einschlafversion mit den Liedern zu kombinieren.

Sind Grimm-Märchen überhaupt noch zeitgemäss? Da wird gefressen und gemordet, Mädchen heiraten stets Prinzen und die Moral kommt mit dem Zaunpfahl daher.

Natürlich haben wir uns damit beschäftigt. Uns gefiel die Idee, dass das Gute über das Böse siegt und somit den Kindern ein Gefühl von Vertrauen und Sicherheit in einer sehr komplexen Welt geben kann. Ich tauchte als Kind gerne in die Märchenwelt von Prinzen und Prinzessinnen, Königinnen und Königen ein.

Nach welchen Kriterien haben Sie die Märchen ausgewählt?

Meine Mutter Claudia und ich nahmen meine alten dicken Grimmbücher vom Dachboden und sie las mir eines ums andere vor. Wir suchten Märchen mit unterschiedlichsten Motiven und wählten die, die uns zum Schmunzeln brachten. Auch versuchten wir, eine Auswahl zu treffen, die überrascht, wir wollten nicht nur die gängigen vertonen.

Was war bei der Übersetzung in die Mundart besonders schwierig? Um die Geschichten lebendig klingen zu lassen, mussten wir die richtigen Ausdrucksweisen finden. Zum Beispiel beim Froschkönig, als der Frosch der Prinzessin folgende Antwort gibt: «Du brüelisch ja so fescht, dass sogar die härtischte Stei wie Chäutschgi werded!»

Welches ist Ihr Lieblingsmärchen, Lieblingslied?

Auf unserer CD liebe ich das Märchen vom gestiefelten Kater. Seine kecke, freche Art und die amüsante Stimme, die ihm Stefan verliehen hat, lassen mich immer mitlachen. Und das Lied «Bajuski Baju» versetzt mich in meine Kindheit zurück, dieses Fernweh und diese Melancholie, welche dieser Song transportiert, finde ich ergreifend und extrem schön zum Einschlafen.

Stefanie und Stefan Gubser: Di gschtifleti Gans. Grimm-Märli und Schlafliedli zum Läse und Lose, Wörterseh 2017, 85 S., Fr. 37.– , ab 3–4 Jahren

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