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Das Festival Kraut lässt in allen Ecken der Stadt Luzern Kunst wuchern

Die Organisatoren des Kunstfestivals Kraut haben auch in diesem Jahr wieder einige wilde Ecken Luzerns kultiviert. Am Donnerstag gibts beim WC-Haus auf dem Bundesplatz Luzern eine Kunstausstellung.
Julia Stephan
Paul Lipp und Reto Leuthold vom vierköpfigen Kraut-Kuratorenteam besichtigen den Bundesplatz. (Bild: Jakob Ineichen (Luzern, 18. Juli 2018))

Paul Lipp und Reto Leuthold vom vierköpfigen Kraut-Kuratorenteam besichtigen den Bundesplatz. (Bild: Jakob Ineichen (Luzern, 18. Juli 2018))

Wenn Hundebesitzer ausnahmsweise nicht wegen ihrer Hunde einen Extrastopp einlegen, und Autofahrer neugierig in den Rückspiegel linsen, hat das Kunstfestival Kraut den Luzerner Stadtraum wieder fest im Griff.

Jeweils für mehrere Sommerwochen pflanzt das «Kraut» an den unscheinbarsten Orten des Luzerner Stadtraums temporär Ausstellungen, Performances und Konzerte. 2017 wurde das Konzept erstmals erprobt. Das in der hiesigen Kunstszene gut verwurzelte Kuratorenteam, bestehend aus den Künstlern Reto Leuthold, Paul Lipp, Esther Leupi und der Architektin Alice Busani, verfolgen mit ihrem Festival vor allem zwei Anliegen: Zum einen, so Reto Leuthold, wolle man «herausfinden, wie man mit im öffentlichen Raum Plätze zum Verweilen schafft». Zum anderen suche man die Vernetzung der kleinen Luzerner Kunstszene mit dem ausserkantonalen und ausserschweizerischen Ausland.

Die Luzerner Kunstszene erweitern

Ein bisschen funktioniert das Kraut wie der gerade laufende Seetaler Poesiesommer. Bespielt werden oft peripher wirkende Durchgangsorte in der Stadt. Der Kontakt ins Ausland ist ebenso bedeutsam wie der zu den regionalen Künstlern.

Wenn der Basler Künstler Daniel Karrer neben den Zürchern Michael Meier und Christoph Franz am Donnerstagabend seine grossflächigen Bilder ans denkmalgeschützte WC-Häuschen am Bundesplatz lehnt, wird der Berliner Musiker Manu Louis mit seinen experimentellen Chansons auf seine Weise auf die ausgestellten Werke reagieren. «Auf diese Weise wollen wir den Kreis der Luzerner Kunstszene erweitern», so Leuthold. Indem man gleichermassen junge Künstler wie Katrin Keller als auch Urgesteine aus der hiesigen Szene wie Anna Margrit Annen oder den Musiker Bruno Amstad programmiert, soll die Membran zwischen etablierter und aufstrebender Kunstszene durchlässiger werden, so die Idee der Veranstalter.

Dem ersten Austragungsort auf dem Bundesplatz kommt dabei unfreiwillig eine symbolische Bedeutung zu, verfolgt hier der Architekt Iwan Bühler doch seit Jahren das Ziel, das geschützte WC-Häuschen als Café umzunutzen – das Projekt steckt allerdings in den Mühlen der Bürokratie fest.

«Wenn du mehr als zwanzig Jahre in dieser Stadt lebst und dir mal wieder etwas Unerwartetes passiert, ist das ein schöner Moment.»
Reto Leuthold, Co-Organisator, Kraut-Festival

Solcherlei Hürden blieben den Kraut-Organisatoren bis jetzt erspart. Dieses Jahr haben sie vor allem nach belebten Orten mit viel Passantenbewegungen gesucht und sowohl für die temporäre Nutzung des Bundesplatzes, für die Gütsch-Talstation wie auch für den Helvetiaplatz oder den Veloweg nach Emmenbrücke von Behörden und Privatpersonen problemlos grünes Licht erhalten. Die Organisatoren schliessen nicht aus, künftig auch die Agglomeration mit Kunstausstellungen zu bespielen.

Die Resonanz sei letztes Jahr gross gewesen. «Das Kraut Kunstfestival hat sowohl ein festes Publikum als auch zufällige Passanten neugierig gemacht», sagt Paul Lipp.

Das Wetter hat ein Wörtchen mitzureden

Das Wetter hat beim Gelingen dieser mehrstündigen Events allerdings ein Wörtchen mitzureden. «Manche Künstler haben uns zugesichert, dass ihre Werke Wind und Wetter ausgesetzt werden dürfen», erklärt Lipp. Bei anderen suche man nach wetterfesten Lösungen.

Reto Leuthold bringt den Erfolg des noch jungen Pflänzchens Kraut treffend auf den Punkt, wenn er sagt: «Wenn du mehr als zwanzig Jahre in dieser Stadt lebst und dir mal wieder etwas Unerwartetes passiert, ist das ein schöner Moment.»

Das Programm

Das Luzerner Kunstfestival Kraut findet an diversen Orten in Luzern statt. Auftakt ist am Donnerstag, von 19 bis 22 Uhr beim WC-Haus auf dem Bundesplatz. Weitere Daten: Di, 24.7., 18 bis 21 Uhr, Löwengraben mit Renata Bünter, Katrin Keller und dem Industrial- und Noise-Komponisten Samuel Savenberg alias S S S S). Sa, 28.7., 17 bis 20 Uhr, Reussinsel 50 mit Anna Margrit Annen (Luzern), Martijn in’t Veld (Berlin) und der Luzerner Musikerin und Schauspielerin Vicky Papailiou Do, 9.8., 19 bis 22 Uhr, Tribschenmoosweg mit Nicola Bergamaschi (London), Christian Herter (Luzern) und der Luzerner Musikerin Joan Seiler. Sa, 11. 8., 17 bis 20 Uhr, Helvetiaplatz mit Romuald Etter (Luzern), Toni Parpan (Valbella) und dem Musiker Bruno Amstad. Fr, 17.8., 19 bis 22 Uhr, Gütsch, Talstation mit Jens Braun (Nürtingen/D), Olga Titus (Winterthur) und dem Luzerner Pablo Haller (Musik). Das vollständige Programm mit Ortsangaben finden Sie unter www.kraut.li (jst)

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