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«Es wird jedes Jahr besser»

Hidden Orchestra und Junip waren die ersten Bands am diesjährigen Kulturfestival. Beide Gruppen überzeugten mit wunderbaren Konzerten und machten Lust auf mehr.
David Gadze
«Grey-Pop mit ein bisschen Pink»: Junip spielten am Mittwochabend ihren melancholischen Folk-Pop am Kulturfestival. (Bild: Ralph Ribi)

«Grey-Pop mit ein bisschen Pink»: Junip spielten am Mittwochabend ihren melancholischen Folk-Pop am Kulturfestival. (Bild: Ralph Ribi)

Am Dienstag startete das Kulturfestival in seine siebte Ausgabe. Eröffnet wurde es von Hidden Orchestra. Das schottische Quartett legte nicht nur die Messlatte für die folgenden Veranstaltungen hoch, sondern demonstrierte, warum es momentan «eines der eindrücklichsten Dinge, die man live sehen kann», ist, wie es BBC Radio 1 beschrieb. Was Joe Acheson (Bass, Synth), Poppy Ackroyd (Violine, Keyboard) und die Schlagzeuger Tim Lane und Jamie Graham – unterstützt von Fraser Filfield am Sopransaxophon – boten, war grosses Kino.

Duette und Duelle

Hidden Orchestra trennten ihr Konzert in zwei Teile. Während sie sich im ersten mehrheitlich an die Strukturen der Stücke hielten, öffneten sie sie im zweiten. Vor allem die auf der Bühne ausgetragenen Schlagzeug-Paarungen von Lane und Graham, die mal zu Duetten, mal zu Duellen wurden, und auf der Platte das zentrale Element dieses dicht gesponnenen Electronica-Jazz-Sounds sind, trieben die Songs in immer höhere Sphären. Die Freude, die die fünf Musiker bei ihrem Auftritt ausstrahlten, übertrug sich aufs Publikum: Im Minutentakt huschte ein Lächeln über die Gesichter. Selbst als Filfield so tief in der Wolke der Nebelmaschine verschwand, dass er nicht mehr spielen konnte, nahm es die Gruppe mit einem Lachen hin – sie erzählten nach dem Konzert, was für ein schönes Erlebnis es hier gewesen sei.

Sinnlichkeit und Leidenschaft

Am Mittwoch begann der Abend mit Junes (das Duo wurde von zwei jungen Streicherinnen begleitet), ehe Junip das Konzert mit dem sphärischen «Official» eröffneten, um mit «White Rain» und «Howl» das Fundament für ein genussvolles Konzert zu legen. Das 1999 gegründete schwedische Trio um Singer/Songwriter José González ist für seine behutsame Arbeit bekannt – gut zehn Jahre brauchten sie für ihr letztes Jahr erschienenes Début. Diese Sorgfalt und die Liebe zum Detail wurden auch beim Konzert deutlich. González, Tobias Winterkorn (Keyboards) und Schlagzeuger Elias Araya, die von einem Bassisten und einem Perkussionisten unterstützt wurden, präsentierten ihre melancholisch-süssen Folk-Pop-Songs mit dunklem Anstrich – «Grey-Pop mit einem kleinen bisschen Pink», wie Winterkorn es im Interview mit dem Magazin «Fast Forward» ausgedrückt hat –, mit viel Sinnlichkeit und Leidenschaft.

Getragen von González' hellem Gesang, der in diesem reich ornamentalen Klangteppich wie ein eigenes Instrument wirkte, bauten Junip ihre oft schlicht beginnenden Songs langsam auf, bis sie eine Eigendynamik entwickelten.

Eins mit der Musik

In diesen Momenten, wo sie sich treiben liessen, war die Gruppe denn auch am stärksten. So etwa bei «To The Grain», das mit seiner klanglichen Vielfalt zu einem Höhepunkt wurde, und dem anschliessenden Instrumentalstück «Azaleadalen», wo die Bandmitglieder unter dem Halbrund des Bühnendaches mit ihrer Musik zu einer Einheit zusammenwuchsen. Oder im wunderschönen Springsteen-Cover «The Ghost Of Tom Joad», dem sie ihren eigenen Stempel aufdrückten. Es war ein Auftakt nach Mass. Oder wie Junes so schön sagten: «Das Kulturfestival wird von Jahr zu Jahr besser.»

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