Jugendliche musizieren auf Topniveau:
Es wird feurig werden

Das Vier-Länder-Jugendorchester Quarta aus Vorarlberg ist morgen erstmals in St.Gallen zu Gast. Dieser faszinierende Klangkörper, den es auch hier zu entdecken gilt, spielt Strawinskys «Feuervogel»-Suite.

Martin Preisser
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Die jungen Musizierenden von Quarta haben eine intensive Probewoche hinter sich. (Bild: pd)

Die jungen Musizierenden von Quarta haben eine intensive Probewoche hinter sich. (Bild: pd)

Wer letztes Jahr das Jugendorchester Quarta mit jungen Musizierenden aus den vier Bodensee-Anrainerstaaten mit Mahlers erster Sinfonie gehört hat, war schlicht begeistert. Ein solches sinfonisches Werk aufs Programm zu setzen, hiess die Latte sehr hoch legen. Das Ergebnis war eine wunderbare Balance aus Präzision und Natürlichkeit.

Kein Drill und kein Wettbewerbsgedanke

Der auch international erfahrene Dirigent Christoph Eberle, lange Jahre Chef des Sinfonieorchesters Vorarlberg, kann junge Menschen offensichtlich in kürzester Zeit, mit nur einer intensiven Probewoche, motivieren und zu Höchstleistungen anspornen. Probespiele gibt es nicht, keinen Drill und keinen Wettbewerbsgedanken, auch wenn Eberle mit dem Quarta Orchester arbeitet wie mit einem Profiorchester.

1700 Zuhörer erreichte das Orchester letztes Jahr. Und achtzig Prozent der jungen Menschen haben sich nach dem Programm mit Mahler (und Mozarts Klarinettenkonzert) für die dritte Auflage des 2016 gegründeten Orchesters erneut angemeldet.

Mit Mahler hat das Orchester eine extrem anspruchsvolle Partitur gemeistert. Wie kann man das noch toppen? Christoph Eberle hat sich für ein Programm mit impressionistischer Musik und mit Musik voll virtuosem Tanzcharakter entschieden. «Das ist ein guter Weg und hebt sich jetzt von der grossen romantischen Sinfonik ab», sagt der Vorarlberger Musiker, dessen Quarta-Idee im Ländle anfänglich Skepsis hervorgerufen hat.

Packender Auftritt zu erwarten

Jetzt gibt ihm der Erfolg der Idee eines solchen Orchesters Recht. Sechs junge Musizierende kommen aus der Schweiz, wo Quarta eine Kooperation mit dem Konservatorium in Winterthur hat. Der Kanton St. Gallen unterstützt den ersten Auftritt in der Tonhalle St. Gallen finanziell.

Wer Mahler gehört hat, darf ohne Zweifel auch mit Strawinskys «Feuervogel»-Suite in der Version von 1919 und mit Ravels «La Valse» feurige, packende und frische Interpretationen erwarten. Von Joaquin Rodrigo steht zudem das berühmte «Concierto de Aranjuez» für Gitarre und Orchester auf dem Programm.

Hinweis

Fr, 7.9., 19.30 Uhr, Tonhalle, St. Gallen; quarta4.org