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Ausstellung in der Kunsthalle: porträtierte Hunde, stille Vasen

Mark van Yetter malt Stillleben, porträtiert Hunde und bringt in einem Panoramabild das Lebensgefühl in den USA unter Trump subtil auf den Punkt. Seine Werke sind in der Kunsthalle St. Gallen zu sehen.
Christina Genova
Das Panoramabild besteht aus 46 Einzelblättern und wurde schwarz-weiss in Öl auf Papier gemalt. (Bild: Urs Bucher)

Das Panoramabild besteht aus 46 Einzelblättern und wurde schwarz-weiss in Öl auf Papier gemalt. (Bild: Urs Bucher)

Was Mark van Yetter von der in seinem Land vorherrschenden Politik hält, ist abzulesen auf einem Poster. Es ist eine Mischung aus einer Werbung für eine Disco-Party der 1970er-Jahre und einem politischen Plakat. Der Schriftzug «Grand Old Party» weist auf die Republikaner hin. Ein Bild in der Mitte zeigt einen Elefanten aus Styropor. Ihn hat der amerikanische Künstler buchstäblich durch den Käse gezogen. Er ist deformiert und mit einem künstlichen Gebiss ausgestattet: «Der Elefant sah Trump so ähnlich, ich musste etwas daraus machen», sagt der Künstler. Ein Elefant ist auch das Wappentier der republikanischen Partei.

Düstere Stimmungslage

So explizit politisch wird Mark van Yetter selten. In den über 80 Werken seiner Überblicksausstellung in der Kunsthalle St. Gallen geht es mehr um Atmosphärisches. Zwischen den sehr heterogenen Werken, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben, entspinnen sich beim Betrachten nach und nach Verbindungsfäden. Manches bleibt auch rätselhaft, denn Mark van Yetters Malerei ist zwar gegenständlich, vom Ansatz her aber konzeptuell. Auffallend viele Hunde tummeln sich auf seinen Gemälden. Sie bringen Lebendigkeit und Humor in ein Werk, in der viele Situationen erstarrt wirken. Offensichtlich ist Mark van Yetters Interesse für die europäische Malerei der Moderne. Seine neuste Werkserie, in der er Flaschen und Vasen in verschiedenen Interieurs darstellt, ist von den Stillleben des italienischen Künstlers Giorgio Morandi (1890–1864) inspiriert.

Panoramabild als Schlüsselwerk

Ein Schlüsselwerk ist das 27 Meter lange Panoramabild: «The Mere Knowledge of a Fact is Pale». Es entstand 2016 in Berlin und ist ein Blick auf Amerika aus der Distanz. Der Künstler erinnert sich an seine Jugend in den 1990ern in den Pocono Mountains in Pennsylvania, wohin er mittlerweile zurückgekehrt ist. Das Format verleiht dem nur 40 Zentimeter breiten Bildstreifen etwas Filmisches. Inspirationsquelle dafür war die Serie des Comiczeichners Robert Crumb «A short history of America», aber auch Edward Hopper und früher amerikanischer Blues und Folk. «Ich mag es, die Grenzen zwischen Hoch- und Populärkultur zu verwischen», sagt Mark van Yetter. In seinem Panorama zeichnet er ein düsteres Bild der USA. Dort hat sich der amerikanische Traum längst schon verflüchtigt. Ein Obdachloser schläft unter einer Brücke, hässliche Strassen durchziehen die Landschaft. Ein Mann mit Schutzhelm steht in einem heruntergekommenen Hinterhof. «Lost» steht auf dem Suchplakat für eine entlaufene Katze. Es bringt die Stimmungslage auf den Punkt.

Bis 5.5.

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