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«Es gibt nur einen Gott – und einen Veracini»

Bettina Kugler

Konzert Das Vergnügen beginnt schon beim Schmökern im Programmheft: Was Lucas Schurig-Breuss, Bratschist des Barockorchesters Concerto Stella Matutina, in seiner Einführung über das wilde Leben Francesco Maria Veracinis schreibt, ist wie ein Bouillonwürfel zu einer historischen Künstlerschmonzette. Der 1690 geborene Florentiner, berüchtigt als aufbrausender, arroganter «capo pazzo», als Spinner und Wirrkopf, hatte wenig Freunde, dafür aber sieben Leben. Er überstand einen Schiffbruch (seine kostbaren Geigen leider nicht) und einen Sprung aus dem Fenster, zwei Stockwerke tief. Er brach sich dabei die Hüfte und beide Beine, spielte aber noch bis ins hohe Alter wie ein Teufel Geige.

So gut, dass sich sein Zeitgenosse Giuseppe Tartini, Schöpfer der «Teufelstriller»-Sonate, nach einem Veracini-Auftritt für eine Weile aus dem Konzertleben zurückzog und fleissig übte. Wenn das nicht neugierig macht auf das Werk des vor 250 Jahren gestorbenen Cholerikers, dann spätestens der fulminante Einsatz der Vorarlberger Originalklang-Spezialisten. Seit 2008 präsentieren sie ihre kundigen Programme in einer eigenen Abo-Reihe in Götzis, oft mit illustren Gästen, immer mit dem Selbstbewusstsein einer sich beinahe blind verstehenden Banda – was nicht so weit von einer «Band» entfernt ist, wie die Entstehungszeit ihres Repertoires vermuten liesse.

Ein Werk und Leben voller Überraschungen

Nun also Veracini und Konsorten: Vivaldi, Händel, Pisendel, mit Duilio Galfetti als wendig-filigranem Sologeiger und Leiter, und mit David Drabek als neuem Konzertmeister. Die unterschiedlichen Temperamente und Prägungen der Komponisten wurden im Konzert rund um den «capo pazzo» Veracini klar und nuanciert ausgespielt. Ist es in Vivaldis Concerto h-Moll für 4 Soloviolinen ein hauchzartes Stimmengeflecht, zieht Händels Ouverture zur Oper «Atalanta» mit Trompetenglanz den Bühnenvorhang. Nicht für das vierstündige Stück, sondern für eine aufregende Epoche mit schillernden, sehr von sich überzeugten Zeitgenossen.

Bettina Kugler

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