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Interview

Madlaina Pollina: «Als Kind wollte ich nicht Musikerin werden»

Jetzt hat Madlaina Pollina, die Tochter von Pippo Pollina, das Musikfieber doch gepackt. Mit Nora Steiner veröffentlicht sie jetzt das Album «Cheers». Darauf zeigt sich das Duo facettenreich und einprägsam.
Interview: Michael Gasser
Nora Steiner (links) und Madlaina Pollina bilden das Duo Steiner & Madlaina. (Bild: PD)

Nora Steiner (links) und Madlaina Pollina bilden das Duo Steiner & Madlaina. (Bild: PD)

Madlaina Pollina, die Tochter von Cantautore Pippo Pollina und Schwester von Popmusiker Faber, ist auch vom familiären Musikvirus infiziert. Unter dem Namen Steiner & Madlaina veröffentlicht die Zürcherin gemeinsam mit Nora Steiner das Début­album «Cheers». Im Interview sprechen sie über die Bandgründung auf dem Pausenplatz, Madlainas berühmte Familie und ihr Flair fürs Chaotische.

Was kann ein Duo, was eine Singer/Songwriterin alleine nicht zu Stande bringt?

Madlaina Pollina: Dadurch dass wir beide Songs schreiben, ist unser Sound sicher abwechslungsreicher als der einer Solokünstlerin. Und weil unsere Stimmen alternierend zu hören sind, entsteht zusätzliche Vielfalt.

Wann sind sich Nora Steiner und Madlaina Pollina erstmals begegnet?

Nora Steiner: Das war zu Beginn des Gymnasiums in Zürich. In der ersten Woche nach dem Sportunterricht hat Madlaina ihre Freundinnen gefragt, ob sie Lust hätten, zum Nachtessen vorbeizukommen. Ich dachte, ihre Frage richte sich an alle. Also warf ich ein, dass ich Zeit hätte, obschon wir uns eigentlich nicht kannten. Worauf mich Madlaina schräg anschaute, aber meinte, dann solle doch ich bei ihr vorbeischauen. Unser Treffen fühlte sich fast wie ein Date an.

Was hat den entscheidenden Ausschlag zur musikalischen Zusammenarbeit gegeben?

Pollina: Da an unserem Gymnasium alle ein Instrument spielen mussten, war es ziemlich naheliegend, dass ein paar von uns auf dem Pausenhof kurzerhand beschlossen haben, eine Band zu gründen. Für die Songs verantwortlich waren wir zwei, die anderen Bandmitglieder wollten lieber jammen. Also haben wir uns entschlossen, zusätzlich Steiner & Madlaina zu gründen. Das war vor sechs Jahren.

Wie funktioniert Ihre Zusammenarbeit?

Steiner: Wir machen einfach. Seit je haben wir ein Flair für das Kaputte und Chaotische. Zu Beginn haben wir etwa in Madlainas Wohnzimmer im Sofa einen Besenstil fixiert und darauf unser Mikrofon angebracht. Die Rohentwürfe unserer Lieder senden wir uns meist per SMS zu.

Madlaina Pollina, Sie sind die Tochter von Pippo Pollina und die Schwester des Popmusikers Faber. Inwiefern hat das eine Rolle bei Ihrem Entscheid gespielt, sich aufs Musikbusiness einzulassen?

Pollina: Als kleines Kind wollte ich nicht Musikerin werden. Einfach deshalb, weil ich meinen Vater so selten gesehen habe. Ständig war er unterwegs. Später bin ich doch in die Musik hineingerutscht und habe dabei viel Unterstützung von meiner Familie erfahren.

Tauschen Sie sich innerhalb Ihrer Familie über Musik aus?

Pollina: Ich spiele die Lieder meiner Familie vor und erhalte Feedback, aber das ist bei Nora nicht anders. Haben wir Fragen, die sich ums Musikbusiness oder um Verträge drehen, dann können wir uns aber an meinen Vater oder an meinen Bruder wenden. Aber ungefragt würden sie uns nie Ratschläge erteilen.

Der Song «Das schöne Leben» beschreibt die privilegierte Existenz in Ländern wie dem unsrigen. Wollen Sie Hörer so für unangenehme Wahrheiten sensibilisieren?

Pollina: Nein, wir wollen weder sensibilisieren noch belehren. Doch wer in einem Land wie dem unsrigen wohnt, geniesst viele Vorzüge. Das erzeugt auch Druck. Bereits im Kindergarten wurde uns etwa eingeimpft, dass wir die Chancen, die uns die Schweiz bietet, unbedingt nutzen sollen. Als wir begannen, Musik zu kreieren, bekamen wir von Menschen in unserem Alter öfters zu hören, wir sollten besser etwas «Richtiges» machen. In unserem Umfeld haben auch viele direkt vom Gymnasium an die Uni gewechselt. Ohne nur eine Sekunde zu überlegen, wo ihre Stärken und Interessen liegen könnten.

Ihr Débutalbum erscheint bei einem deutschen Label. Ein Zeichen dafür, dass Sie Ihre Karriere nicht nur auf die Schweiz beschränken ­möchten?

Steiner: Auf jeden Fall. Nur schon deshalb, weil es äusserst schwierig wäre, von unserer Musik leben zu können, würden wir uns einzig auf die Schweiz konzentrieren.

Frisch, frech und frei

Obschon die 22-jährige Madlaina Pollina und die 24-jährige Nora Steiner noch jung an Jahren sind, spürt man auf ihrem ersten Longplayer «Cheers», dass die beiden wissen, was sie tun. Die zehn Lieder wirken frisch, frech und frei. Dabei scheren sich Steiner & Madlaina nie um stilistische Grenzen, sondern wuseln zwischen Indie-Folk und Pop umher und scheuen sich auch nicht, selbst den Schlager aufblitzen zu lassen. Ihr mal melancholischer, mal aufmüpfiger Sound, der auf Englisch, Schriftdeutsch und Dialekt zurückgreift, ist facettenreich und vor allem einprägsam. Eine Entdeckung. (mig)

Steiner & Madlaina: «Cheers» (Glitterhouse/Irascible). Erscheint am Freitag.

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