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Erziehung der Brombeere

Im grünen Bereich
Hansruedi Kugler

Diese Beere ist eine listige Verführerin. Sie lockt den begeisterten Garten-Anfänger und bestraft Ungeduld mit einem sauren Gesicht. Denn die Brombeere will erst lange betrachtet, bewundert und sanft berührt werden, bevor man sie geniessen kann. Wer zu früh pflückt, beisst in noch saures Fruchtfleisch. Aber man muss sie um Vergebung bitten, denn die Brombeere sieht schon bald reif aus mit ihrem dunklen, fast schon schwarzen Violett. Das musste ich als Amateurgärtner erst lernen.

Überhaupt stellt einen die Brombeere vor tückische Erziehungsaufgaben. Da dachte man, mit diesem robusten, in Wasser- und Düngerfragen anspruchslosen Rosengewächs könne man sich sorglos auf die spätsommerlich süsse Ernte freuen. Dachte man. Aber in der Anleitung steht dann, bei der Brombeere gäbe es «zwei Möglichkeiten der Erziehung»: die tragenden Ruten im oberen, die jungen Ruten im unteren Bereich des Spaliers zu platzieren. Oder links und rechts verteilen. «Selbstverständlich wechselt das bei Letzterem jährlich», heisst es weiter. Das schreibe ich mir hinter die Ohren und freue mich auf kuschelige Winterabende mit selbstgemachter Brombeer-Glacé – dank gezähmter Ungeduld und guter Erziehung.

Hansruedi Kugler

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