Erst der Fussball, dann die Bands

Anfang Juli startet das Kulturfestival St. Gallen sein dreiwöchiges Konzertprogramm. Schon kommende Woche tritt im Innenhof des Historischen Museums der Fussball auf. Das Festival ist nämlich auch das grösste Public Viewing der Stadt.

Roger Berhalter
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Nach der Grossleinwand die Live-Bühne: Das Kulturfestival ist sowohl Public Viewing, als auch Konzertveranstaltung. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

Nach der Grossleinwand die Live-Bühne: Das Kulturfestival ist sowohl Public Viewing, als auch Konzertveranstaltung. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

Der grosse Aufbau steht kurz bevor: Am Samstag und Sonntag wird im Innenhof des Historischen und Völkerkundemuseums die komplette Infrastruktur für das diesjährige Kulturfestival St. Gallen aufgebaut. Bartresen, Bühne, Tische und Stühle, Licht- und Tontechnik. Doch warum so früh? Ist doch das erste Konzert erst auf den 3. Juli angesetzt. Die Antwort hat zwei Buchstaben: EM. Alle Finalspiele der Fussball-Europameisterschaft werden ab dem 21. Juni im Innenhof übertragen. Deshalb stellen die Veranstalter zusätzlich zu Bühne und Bar auch eine Grossleinwand auf.

400 Zuschauer pro Spiel

Andere städtische Kulturinstitutionen wie das Palace oder die Grabenhalle verzichten dieses Jahr auf Fussball, ebenso gibt es kein Public Viewing auf dem Olma-Areal. Das Kulturfestival bietet somit fast das einzige und mit 400 Personen sicher das grösste Public Viewing der Stadt an. «Für uns ist das ein Warm-up auf die Konzerte», sagt Veranstalter Lukas Hofstetter. Das treffe auch auf die Zuschauer zu: Das Fussballpublikum entspricht laut Hofstetter in etwa jenem, das auch zu den Konzerten erscheint.

Die Fussballabende spülen nicht zuletzt Geld in die Kasse. Zwar ist der Eintritt zu den Spielen gratis, doch mit dem Barumsatz lässt sich laut Hofstetter ein willkommenes Polster anlegen: «Wir können so das Kulturprogramm querfinanzieren.» Man veranstalte das Public Viewing aber nicht (nur) des Geldes wegen. Es gehe auch darum, die Infrastruktur besser auszulasten. «Wir schauen zudem alle auch selber gerne Fussball», sagt Hofstetter und empfiehlt den Museumsinnenhof als «schönste Location, um in der Stadt Fussball zu schauen».

Von Rock über Soul bis Techno

Ab dem 3. Juli, nachdem der Europameister feststeht, macht der Fussball den Bands Platz. Das Kulturfestival startet mit einem Doppelauftritt des St. Gallers Martin O., der als Gewinner des Deutschen Kleinkunstpreises 2012 gefragter denn je ist. Bis zum 21. Juli folgt ein vielfältiges Musikprogramm von Rock über Soul und Singer/Songwriter bis hin zu Blues und Techno (siehe Kasten).

Afrikas Buena Vista Social Club

Als letzte Band haben die Veranstalter vor kurzem Staff Benda Bilili bekanntgegeben. Die Musiker aus Kongo gelten derzeit als Stars in der World-Music-Szene und werden als der «afrikanische Buena Vista Social Club» gehandelt. Mit ihrer Musik – einem Mix aus Rumba, altem R'n'B und Reggae – sowie dem gleichnamigen Dokumentarfilm sorgten Staff Benda Bilili weltweit für Aufsehen.

www.kulturfestival.ch

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