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Kurztipps: Literatur aus Lateinamerika

Daniel Fuchs

Erinnerungen an einen engagierten Journalisten

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Im Jahr 1976 veröffentlicht Rodolfo Walsh seinen «Offenen Brief an die Militärjunta». Das wird ihn das Leben kosten. Mit Kriminalgeschichten hat er anfänglich Literaturpreise eingeheimst. Irisches Blut hat er in den Adern, kennt sich auch aus in der englischsprachigen Literatur, liebt das Schachspiel und verbirgt sich hinter seinem Detektiv Daniel Hernàndez. Zufällig gerät er an einen Stoff, der sein Leben verändert. Argentinien 1956: Peron ist vertrieben, die Generäle putschen. Ein in dieser Zeit begangenes Massaker an Zivilisten erweckt Walsh’s Aufmerksamkeit. Unter bedrohlichen Umständen veröffentlicht er seine Recherche zu diesem Fall, erst als Fortsetzungsgeschichte in der Untergrundpresse, dann als Buch: «Das ­Massaker von San Martin». Neun ­Jahre vor Truman Capotes «Kaltblütig» verfasst er damit den ­ersten Tatsachenroman. Marcelo Figueras verarbeitet biografisches Material aus dem Leben eines Autors, der sich engagiert, mit vollem Risiko, sich schreibend gegen die Mächtigen stellt. Posthum wird Rodolfo Walsh in Lateinamerika zur Ikone des investigativen Journalismus. In Figueras «Das schwarze Herz des Ver­brechens» liest sich das spannend wie ein Kriminalroman.

Marcelo Figueras: Das schwarze Herz des Verbrechens, Nagel & Kimche, 432 Seiten, 34.– Franken

Grosse Erzählkunst in der kleinen Form

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Eine Vielschreiberin ist sie nicht, Samanta Schweblin. Nach dem Erzählungsband «Die Wahrheit über die Zukunft» und dem Roman «Das Gift» ist die eben erschienene Sammlung von sieben Erzählungen ihr drittes Buch in deutscher Übersetzung. Allesamt sind es schmale Bände. Meisterhaft beerbt die argentinische ­Autorin die fantastische Literatur à la Bioy Casares und Silvina Ocampo genauso wie Beckett. InAABB22der kleinen Form ist sie zu Hause. Manchmal düster in den Szenarien, beklemmend und rätselhaft. Ausgehend von «Nichts von all dem», endend mit «Weggehen», seziert Schweblin un­sere Ängste und kollektiven Alb­träume auf brillante Weise. Es scheint, dass das Aufregendste an Literatur, das zurzeit aus Lateinamerika kommt, von Frauen geschrieben wird. Valeria Luiselli aus Mexiko, Lina Meruane aus Chile und Samanta Schweblin – unbedingt vormerken!

Samanta Schweblin: Sieben leere Häuser, Suhrkamp, 150 Seiten, 28.– Franken

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