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Ein kleines Netzwerk bestimmt, was gute Kunst ist

Laut einer neuen Studie sind erfolgreiche Künstler nicht kreativer, sondern einfach besser vernetzt.
Christina Genova
«Ich bin erschrocken, wie undurchlässig das Kunstsystem ist», sagt Magnus Resch, Kunstapp-Entwickler.

«Ich bin erschrocken, wie undurchlässig das Kunstsystem ist», sagt Magnus Resch, Kunstapp-Entwickler.

Dies ist ein Artikel der "Ostschweiz am Sonntag". Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

Die Studie ist brandneu und hochspannend: Am Donnerstag erschien in der renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschrift «Science» der Artikel «Quantifying reputation and success in art». Die quantitative Forschungsarbeit beruht auf dem umfangreichen Datenmaterial der von Magnus Resch mitentwickelten App «Magnus» und umfasst die Jahre 1980 bis 2016. Aufgrund der Ausstellungshistorie einer halben Million Künstler und der Preise, die sie für ihre Werke erzielten, belegt die Studie, dass nicht die kreativsten unter ihnen den grössten Erfolg haben, sondern jene, die am besten vernetzt sind.

«Was wir belegen konnten, ist, dass der Kunstmarkt total undemokratisch ist», sagt Magnus Resch.

Wer als Künstler schon früh in seiner Karriere Zugang hat zum zentralen Netzwerk der einflussreichsten Kunstinstitutionen der Welt, wird seine Werke mit hoher Wahrscheinlichkeit zeitlebens an renommierten Ausstellungsorten zeigen können und für seine Kunst entsprechend hohe Preise erzielen, fanden die fünf beteiligen Forscher heraus.

Dazu gehören das Museum of Modern Art, das Guggenheim Museum und die Galerien Gagosian und Pace – alles amerikanische Institutionen.

«Ein kleines Netzwerk bestimmt, was gute Kunst ist», sagt Resch. Die einzigen Schweizer Institutionen in den Top 20 sind die Fondation Beyeler und das Kunsthaus Zürich. Zu den Top 25 gehören die Galerie Hauser & Wirth und das Kunstmuseum Basel.

Lotteriesystem oder Blindselektionen

Im Gegensatz dazu haben Künstler, die ihre Ausstellungstätigkeit in Museen an der Peripherie in einem sogenannten Inselnetzwerk beginnen, nur geringe Chancen, Zugang zum zentralen Netzwerk zu erhalten. Zudem ist ihre Ausstiegsquote sehr hoch. Nur 240 Künstler hätten es geschafft, von der Peripherie ins Zentrum vorzustossen, sagt Resch. «Ich bin erschrocken darüber, wie undurchlässig das Kunstsystem ist.»

Um eine bessere Chancengleichheit zu erzielen, schlagen die Forscher einerseits ein Lotteriesystem vor, das untervertretenen Künstlern, zum Beispiel Minderheiten, den Zugang zu prestigeträchtigen Ausstellungsorten ermöglicht. Andererseits weisen sie auf die Möglichkeit von Blindselektionen hin, wie sie etwa in der klassischen Musik üblich sind, wo Bewerber hinter einem Vorhang verborgen vorspielen.

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