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Ausstellung André Wilhelm: Er malt auch gegen das Vergessen an

Der Zentralschweizer Maler André Wilhelm zeigt seine Werke in der Galerie Vitrine. Er führt Vergangenes in eine heutige Darstellungsform. Darunter auch ganz berühmte Sujets.
«Amy Winehouse», gemalt 2015 von André Wilhelm. (Bild: PD)

«Amy Winehouse», gemalt 2015 von André Wilhelm. (Bild: PD)

«Ich wollte einfach Bilder malen», antwortet André Wilhelm auf die Frage, wie er eigentlich zur Kunst gekommen sei. Denn ursprünglich hat der 1963 in Wetzikon geborene und in Cham aufgewachsene Maler eine Ausbildung als Schriftsetzer absolviert.

Unmittelbar nach seinem Abschluss – damals war Wilhelm knapp 20 Jahre alt – begann er, sich der Malerei zu widmen. «Ich habe sehr einfach angefangen und mir alles selbst beigebracht. Ich hatte eine Tube schwarzer, roter, blauer und gelber Farbe zur Verfügung. Damit habe ich dann gearbeitet.» Seine erste Einzelausstellung fand bereits 1984 in der Galerie Kolin in Zug statt.

Extravagante Erscheinung einer grossen Sängerin

So ehrlich unverblümt wie seine Antworten scheinen auch seine Bilder zu sein. Die Ausstellung «The Lake Isle of Innisfree» in der Galerie Vitrine ist eine Sammlung aus elf Porträts, welche Hoch- als auch Populärkultur aufgreifen. Während das Gemälde «I Love Schiller» (2018) eine Hommage an den gleichnamigen Schriftsteller ist, bildet er in «Amy Winehouse» (2015) die ­extravagante Erscheinung der verstorbenen Sängerin ab.

André Wilhelm: "Sizilianerin" (2016).

André Wilhelm: "Sizilianerin" (2016).

«Die Malerei gibt mir die Möglichkeit, die Vergangenheit festzuhalten oder weiterzuverarbeiten», erklärt Wilhelm. «Mir ist wichtig, dass Dinge nicht einfach in Vergessenheit geraten, sondern in der Gegenwart wieder aufgegriffen und mit einer zeitgemässen Darstellungsform reflektiert werden.»

Entsprechend finden auch Motive aus der Kunstgeschichte ihren Platz in der Ausstellung, wie beispielsweise die «Dame mit Hut» (2018). Doch so manch einer mag genau solch ein Gemälde als Provokation verstehen: Die üppig aufgetragene Farbschicht läuft in schmalen Bahnen die Leinwand hinab. So wurde Wilhelms Stil oft als eigenwillig bezeichnet. «Man mag meine Malerei als Affront verstehen», meint er. «Und vielleicht ist sie das auch. Schliesslich möchte ich die Betrachtenden herausfordern; ich möchte sie dazu bringen, die Entscheidung zu treffen, ob sie zum Bild stehen können oder eben nicht.»

Inspiriert durch ein Gedicht über paradiesische Insel

Seit den 1980er-Jahren beschäftigt sich Wilhelm intensiv mit der Malerei. Nachdem er über Jahrzehnte in der Zentralschweiz gearbeitet hatte, zog es ihn wieder ins Zürcher Oberland. Sechs bis sieben Tage die Woche verbringt er in seinem Atelier in Wald. Er nehme die Malerei sehr ernst, sagt er. «Mit ihr versuche ich, flüchtige Momente festzuhalten, entgegen der Schnelllebigkeit unserer Welt.»

André Wilhlem vor einem seiner Bilder. (Bild: PD)

André Wilhlem vor einem seiner Bilder. (Bild: PD)

Während des Gesprächs scheint bei André Wilhelm eine Sehnsucht nach Ruhe und Gelassenheit mitzuschwingen. Danach sehnte sich wohl auch der irische Dichter William Butler Yeats, als er 1889 in seinem Gedicht «The Lake Isle of Innisfree» schrieb. Ähnlich wie für Yeats die Seeinsel Innisfree als Refugium gilt, ist es für André Wilhelm die Malerei: Eine paradiesische Insel, die er immer wieder neu erschafft. So überrascht es nicht, dass der Künstler ausgerechnet den Titel dieses Gedichts für seine Ausstellung gewählt hat.

Galerie Vitrine, Stiftstrasse 4, ­Luzern. Do/Fr, 14 bis 18.30 Uhr, Sa 12 bis 16 Uhr. Noch bis 23. Juni.

www.galerie-vitrine.ch

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