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«Such A Shame»: Sänger Mark Hollis ist gestorben

Mark Hollis schuf Welthits wie «Such A Shame» oder «It’s My Life». Jetzt ist die eigenwillige Stimme von Talk Talk verstummt.
Marc Krebs
Mark Hollis, verstorbener Sänger von Talk Talk. (Bild: Getty (1998))

Mark Hollis, verstorbener Sänger von Talk Talk. (Bild: Getty (1998))

Er war ein Sänger, der bis zu seinem überraschenden Tod mysteriös blieb: der im Jahr 1955 geborene Mark Hollis. Wer den Briten mit seiner Band Talk Talk in den 80er-Jahren erlebt hat, weiss um ihre Qualitäten. Hollis verlieh nachdenklichen Sehnsüchten und melancholischen Grundstimmungen eine Stimme. Seine Lieder standen für Tiefgang, sie entzogen sich der Oberflächlichkeit dieser Dekade, in in der viele Bands mehr Effort in ihre Haare steckten als in die Arrangements.

Mit dem New Wave nach oben gespült

Talk Talk wurden mit dem New Wave nach oben gespült, wie Duran Duran oder Depeche Mode. Das war ihr Glück, auch wenn sie sich nie als Trend- oder Modeband verstanden. Hollis’ weinerliche Stimme, der angesagte Synthiepop sowie auffallend melodiöse Basslinien waren signifikant für Talk Talk. Zu den frühen Hits gehörten «Today» (1982) oder «Such A Shame» (1984), wobei der Begriff Hits mit Vorsicht verwendet werden muss. «Such A Shame» eroberte zwar in der Schweiz die Spitze der Charts, in England hingegen kam die Single lediglich auf Platz 49. Am bekanntesten ist «It’s My Life», auch, weil die US-Band No Doubt das Lied 2003 erfolgreich coverte.

Weltschmerz, Eigensinn und Experimentierfreude

Mitte der 80er-Jahre schob Mark Hollis sein Quartett zunehmend in experimentellere Gefilde. Er wollte Pop weiterdenken, weiterbringen, so wie das Peter Gabriel in diesem Jahrzehnt vormachte, mit Stimmen, Geräuschen, Elektronik. Hollis kombinierte Weltschmerz, Eigensinn und Experimentierfreude auf eine Weise, dass Bands wie Radiohead in den 90er-Jahren daran anknüpfen konnten. Er beeindruckte auch, weil er sich den Mechanismen des Markts verweigerte. Dieser verlangte von ihm weitere Hits. Hollis hingegen wollte Kunst schaffen, was zum Bruch mit der Plattenfirma EMI führte

Sphärische Neue Musik, aber auch Jazzeinflüsse fanden sich auf dem Album «Spirit of Eden», welches Talk Talk 1988 endgültig zur Musician’s Band machte: einflussreich und visionär, aber kommerziell weit weniger erfolgreich. Auf die Auflösung von Songstrukturen folgte 1991 die Auflösung der Band, 1998 veröffentlichte Hollis, damals 43, noch ein Soloalbum, dann zog er sich ganz zurück, angeblich um sich um seine zwei Kinder zu kümmern. Am Montag wurde via Twitter bekannt, dass er gestorben sei. Hollis wird nicht erst jetzt fehlen. Er fehlt schon seit zwanzig Jahren.

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