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«Er fängt die Wahrheit ein»

Der Künstler Georg Gatsas hat bei einem Atelieraufenthalt in Johannesburg verschiedene Künstler fotografiert. Nun haben ihn einige in St. Gallen besucht und sind im Kunstmuseum und im Palace aufgetreten.
Mirjam Bächtold
Manthe Ribane aus Südafrika bei ihrem Auftritt im Palace. (Bild: Michel Canonica (St. Gallen, 8. Februar 2018))

Manthe Ribane aus Südafrika bei ihrem Auftritt im Palace. (Bild: Michel Canonica (St. Gallen, 8. Februar 2018))

Mirjam Bächtold

Unnahbar wirken die Porträtierten in Georg Gatsas Fotografien. Umso herzlicher fällt die Begrüssung aus, als die Südafrikaner für eine Performance in die Schweiz kommen. Manthe Ribane umarmt einen, kaum hat man seinen Namen gesagt. Ein warmes Willkommen von der Künstlerin aus Johannesburg. Manthe Ribane ist nicht nur in einer Sparte kreativ. Sie ist Tänzerin, Sängerin, Designerin und Model. «In Südafrika sind fast alle Künstler in mehreren Sparten tätig. Es gibt keine staatliche Kunstförderung wie in der Schweiz, deshalb müssen sie mehrere Standbeine haben», erklärt Georg Gatsas. Er hatte das Art in Residence Stipendium von Pro Helvetia Johannesburg erhalten und verbrachte zweimal sechs Wochen in der südafrikanischen Metropole, wo er verschiedene Künstler fotografierte.

Eine neue Richtung für Gatsas Bildkonzept

Für Manthe Ribane ist es ein emotionaler Moment, als sie die Ausstellung zum ersten Mal sieht. «Wow, oh my God!» ruft sie, als sie die Aufnahme ihrer Schwester in Plakatgrösse sieht. «Die Bilder, die er von mir und meiner Familie gemacht hat, möchte ich für immer bewahren. Er hat sie mit sehr viel Einfühlungsvermögen gemacht», sagt Manthe Ribane. Er sei der höflichste Mensch, mit dem sie je zusammengearbeitet habe. «Und er war immer offen für unsere Vorschläge.» Das Bild ihrer Schwester, die in Schwarz-Weiss gekleidet auf einer schwarz-weissen Stoffbahn steht, entstand auf deren Initiative. «Dieses Bild ist für mich das Highlight der Ausstellung», sagt Manthe Ribane. Das ist es auch für Georg Gatsas: «Das war eine tolle Zusammenarbeit und es hat meinem Bildkonzept eine neue Richtung gegeben», sagt er. Obwohl die Bilder inszeniert sind, zeigen sie die Porträtierten auf authentische Weise. «Er hat die Wahrheit eingefangen», sagt Manthe Ribane.

Für Georg Gatsas war schnell klar, dass er seine Fotoserie auf Künstler beschränken würde. Der Fotograf, Künstler und freischaffende Journalist ist in der Clubmusikszene gut vernetzt. «Ich folge immer der Musik», sagt er. Manthe Ribane kannte Georg Gatsas bereits von ihrem Auftritt beim Norient Musikfilm Festival 2016. In Johannesburg traf er durch sie den Künstler Jamal Nxedlana, der dem Künstlerkollektiv CUSS Group angehört. Auch er ist nicht nur in einer Richtung kreativ tätig. Er ist Fotograf, Designer, Stylist und macht ein Magazin. «Diese Künstler sind Teil einer neuen Bewegung. Sie wollen weltweit ge- sehen werden und schaffen eine neue Sichtweise auf die Kunst, und auf das Leben allgemein», sagt Gatsas. Es sei die erste Generation nach der Apartheid, die die Freiheit hat, sich zu entfalten.

Auf Einladung von Pro Hel­vetia sind einige der fotografierten Künstler von Johannesburg nach St. Gallen gereist. Die CUSS Group hat im Kunstmuseum eine Lecture/Screening mit einem ihrer Videos gezeigt. Manthe Ribane ist gemeinsam mit dem Genfer Duo Kami Awori im Palace aufgetreten. Hier präsentierte sie ihr Talent als Tänzerin und Sängerin. Zum sphärischen Elektropop sangen die drei Frauen und bewegten ihre Körper in einem roboterartigen Tanz. Sie wirkten auf der in Nebel gehüllten Bühne wie Wesen aus einer anderen Welt.

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