Er bringt die Steine zum Reden

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Ausstellung In der Casa d’ Angel in Lumbrein sprechen diesen Sommer die Steine. Gastkurator H.R. Fricker hatte die Bewohner des Val Lumnezia aufgefordert, ihm «gewöhnliche» Steine zu bringen. Alle haben eine Geschichte. Der Trogener H. R. Fricker brachte über 90 Leihgeberinnen und -geber dazu, ihm «schöne, selber gefundene, mit ihren Geschichten beladene, unbearbeitete Steine» zu bringen. Die brachte der Gastkurator zum Reden, indem er sie auf einen Sockel aus Holz stellte. Daneben die Geschichte, welche die Besitzer dazu erzählten: Von Fundstellen, Zufällen, Gelegenheiten, kurz: von der Einzigartigkeit nicht nur von Menschen, sondern auch von Steinen.

Die Menschen und ihre Steine

Seit dem 1. Juli sind die «Crappas» in der Casa d’Angel zu sehen. Dort, wo im Erdgeschoss der grösste je in Europa gefundene Bergkristall vom Pez Regina, fast eine Tonne schwer, einen würdigen Ort gefunden hat.

Fricker lässt nicht zum ersten Mal Steine reden. Schon im Projekt «Steingarten Murgtal» hoch oberhalb des Walensees hat er auf einer Strecke von zehn Kilometern 140 Steinen einen Namen gegeben. Im Val Lumnezia und im Valsertal entdeckte er, vor wie vielen Häusern und Fenstern Steine platziert sind, die eine Geschichte zu erzählen haben. Nun steht die Beziehung der Menschen zu «ihren» Steinen im Mittelpunkt im Lumbreiner Kulturhaus, mitten im Dorf. Sie dauert bis zum 21. Oktober.

Mit einer Reihe von Veranstaltungen will H. R. Fricker Besucher und besonders auch Kinder mit Steinen in Berührung bringen, zum Teil wörtlich: Indem er mit ihnen ins Bachbett steigt und Steine sucht, oder indem man dem Musiker Jan Flendrie zuhört, wie man mit Steinen Musik macht. Mit einem Seitenblick auf die chinesischen und japanischen «Suiseki», Gelehrtensteine, die auf einem Sockel stehen, will der Gastkurator die «Achtung vor dem Stein» fördern. (gfh.)