Er brachte Bebop und Cooljazz in die Schweiz

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Auszeichnung Der 1935 in Basel geborene Saxofonist Bruno ­Spoerri erhält den Swiss Jazz Award 2017. Die Organisatoren der zum elften Mal vergebenen Auszeichnung haben ausnahmsweise keine Publikumsabstimmung organisiert, sondern sich für eine direkte Jurierung entschieden. Übergeben wird der Preis im Juni am Jazzfestival Ascona, wie die Veranstalter gestern mitteilten. Bruno Spoerri brachte in den 1950er-Jahren Bebop und Cooljazz in die Schweiz. Damit fand er Aufnahme bei den Avantgardisten um George Gruntz. 1965 begann er mit der Erforschung elektronischer Musik. Spoerri entwickelte eigene Geräte, kombinierte sie mit seinem Saxofon, wurde zum innovativen und erfolgreichen Komponisten für Werbe-, Dok- und Spielfilme. Daneben spielte er in zahlreichen Bands etwa mit Albert Mangelsdorff, Clark Terry oder Lee Konitz. 1957 bis 1975 gehörte er zum legendären Metronom Quintett. In den 70er-Jahren gründete er mehrere Jazzrock-Formationen.

Quasi weltberühmt wurde Spoerri 2014, nachdem er den US-Rapper Jay-Z vor Gericht besiegt hatte. Der Brooklyner hatte dem Schweizer Jazzsenior dessen Komposition «On The Way» von 1978 geklaut und daraus seinen Mix «Versus» gebastelt. ­Spoerri erhielt recht: Jay-Z musste ihm 50 Prozent der Einnahmen aus «Versus» überweisen. (sda)