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Zweimal Haydn: Entstaubte ­Sinfonien

Mitreissend schwungvoll wird in der Neueinspielung unter Giovanni Antonini musiziert, der die Lebendigkeit und Dramatik von Haydn ­betont. Und beim Originalklangensembl Gli Incogniti glänzt alles wie Seide, dem Klang der Hofkapelle angemessen.
Hans-Jürgen Becker
Joseph Haydn: Sinfonien No. 6, Lamentatione, Haydn 2032, Alpha-Classics

Joseph Haydn: Sinfonien No. 6, Lamentatione, Haydn 2032, Alpha-Classics

Giovanni Antonini, das Kammerorchester Basel und Il giardino armonico haben ein ehrgeiziges Ziel: Alle 107 Sinfonien Haydns sollen bis 2032 im Orginalklang und nach thematischen Gesichtspunkten eingespielt werden. ­Folge 6 kombiniert drei frühe Sinfonien aus den 1760ern mit der Sinfonie 79 von 1784. Zwei dreisätzige Sinfonien sind im sakralen Kontext verankert: «Lamentatione» verarbeitet Passionschoräle im stürmischen Kopfsatz; ein ergreifendes Streicher-Lamento zeichnet die Passion im Adagio; «Alleluja»baut das gregorianische Alleluja in den Kopfsatz ein. Die dritte Sinfonie enthält durch kontrapunktische Finessen, ihr Menuett weist nach Frankreich. Höhepunkt ist die reife, fünfsätzige Sinfonie 79. Markant das erste Allegro con spirito: singende Variationen, feinstes Streichergespinst mit Bläsertupfern. Ein rascher Satz, gefolgt von einem folkloristischen Menuett, endlich ein heiter hüpfender Kehraus. Mitreissend schwungvoll wird unter Giovanni Antonini musiziert, der die Lebendigkeit und Dramatik von Haydn ­betont. Der Staub scheint hinweggefegt, hell die Klangfarben – Haydn als Jungbrunnen.

Joseph Haydn· Concerti per Esterházy, Harmonia mundi musique.

Joseph Haydn· Concerti per Esterházy, Harmonia mundi musique.

Haydns Engagement als Kapellmeister bei Fürst Esterházy war die Basis für einzigartiges kompositorisches Schaffen. Ungestört konnte er mit der Form der Sinfonie experimentieren. Zugleich boten die ausgezeichneten Musiker der Hofkapelle Anreiz für Solo-Concerti. Drei Violinkonzerte und ein Cellokonzert aus der ersten Dekade nach 1761 sind erhalten. Zwei Violinkonzerte umrahmen das erste Cellokonzert in der Neueinspielung des Originalklangensembles Gli Incogniti. Haydn pflegt hier einen frühklassisch galanten Stil, dennoch ist seine singende Melodik ganz ausgeprägt. Die Violinkonzerte haben Streicherbesetzung, das Cellowerk ergänzen Hörner und Oboen in den Ecksätzen. Amandine Beyer spielt mit feinnervig lichter Tongebung, gibt rasche Läufe, selbst Doppelgriffe elegant, ja federnd, lässt die Geige in den Adagios wie eine Primadonna singen. Marco Ceccato spielt sonor und packt beherzt zu. Wunderbar gelingt das seufzende Adagio. Schwungvoll und farbenreich begleitet das Ensemble. Alles glänzt wie Seide, dem Klang der Hofkapelle angemessen.

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