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Emmerin wird zum Youtube-Star

Loredana Zefi hat mit «Sonnenbrille» einen Klickmagneten erschaffen. Mit viel Autotune und der Hilfe von einigen prominenten Kollegen hat es die 22-Jährige in der Schweiz und in Deutschland in die Charts geschafft.
Michael Graber
Loredana – natürlich mit Sonnenbrille. (Bild: Youtube)

Loredana – natürlich mit Sonnenbrille. (Bild: Youtube)

Und dann ist da sogar noch ein Tigerbaby im Video. Loredana lässt nix aus. Die junge Emmerin wurde via Instagram zur Influencerin hoch geliked und rappt jetzt auch. «Sonnenbrille» heisst ihr erster Track, der auf Youtube weit über 12 Millionen und auf Spotify 6,5 Millionen Mal geklickt wurde. Die 22-jährige Loredana Zefi gibt uns darin Weisheiten wie «Die Sonnenbrille schützt meine Identität. Sie fragen mich, woher sie ist, von Fendi, ey» mit auf den Weg.

Dabei wird ihre Stimme durch allerlei Autotune-Effekte gewurstet, man hört mehr metallisches Scheppern als Singen. Es ist aber auch schlicht egal. Diese Art von Singsang-Rap ist trendy – auch wenn das für einen durchschnittlichen Erwachsenen unerklärlich ist.

In «Sonnenbrille» wird auf maximal uncharmante Weise der Hedonismus gefeiert. Im Video spuckt Loredana auf den Boden und putzt es (immerhin selber) anschliessend mit einem 100-Euro-Schein wieder weg. «Die Hände voller Cash, kann nicht ans Handy gehn», autotunt es aus ihrem Mund – selbst kleinste Spuren von Ironie sucht man leider vergeblich.

Ihr Freund ist Rapstar ­ in Albanien

Trap nennt man das. Grossgeworden ist er, wie eigentlich alles im Rap, in den Staaten. Wortklang und Groove ist deutlich wichtiger als der Inhalt, und immer wird alles wiederholt. So gesehen ist Loredana mit ihren sinnbefreiten Texten keine Ausnahme, aber hier versteht man es halt – leider.

«Digga, guck, ich hau mein Geld so einfach raus, hab mir das selber aufgebaut», heisst es im Lied. Die Zeile stimmt so aber nicht ganz. Nicht unwesentlich für den Erfolg von Loredana ist ihr Freund. Er heisst Mozzik und zählt zu den bekanntesten Rappern Albaniens. Und auch die Produzentenriege liest sich recht illuster. Eugen Kazakov und Mohamed «Mo7art» Elbouhlali stecken hinter dem Video. Die sind beide von Banger Musik, einem deutschen Raplabel, über das auch der durchaus umstrittene Farid Bang seine Platten ver­öffentlicht.

Eine schrecklich oberflächliche Welt

Ebendieser teilte den Song auch fleissig über seine Social-Media-Kanäle und verhalf so der Dame aus Emmen sicherlich noch einmal zu einem gewissen Schub. Mit einigem Erfolg: Ende Juni stand der Song auf Platz 13 der Schweizer Singlecharts. In Deutschland war es sogar Platz 12. Mittlerweile gibt es Aufnahmen von Festivals, an denen «Sonnenbrille» gespielt wird und die Menge Teile «mitsingsangt».

Es ist eine schrecklich oberflächliche Welt, die in «Sonnenbrille»gefeiert wird. Schönheit, Reichtum, Statussymbole. Hier ist der Rap 2018 auch dort angekommen, wo die amerikanischen Kollegen schon lange sind. Was man Loredana aber zugutehalten muss: Sie stellt sich nicht als Püppchen oder Anhängsel dar – wie es oft in Rapvideos passiert –, sondern als starke, selbstbestimmte Frau. Das macht zwar ihr Lied nicht besser, aber immerhin ein Stückchen geniessbarer. Und offensichtlich gefällt es ja ganz schön vielen Leuten.

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