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Emma fährt ans Ende der Welt

Reif für die Insel: Im Figurentheater St. Gallen hatte «Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer» Premiere.
Bettina Kugler
Film ab für grosse Abenteuer: Sebastian Ryser, Lokomotive Emma, Lukas Bollhalder – mit Knopf. (Bild: Figurentheater/Stephan Zbinden)

Film ab für grosse Abenteuer: Sebastian Ryser, Lokomotive Emma, Lukas Bollhalder – mit Knopf. (Bild: Figurentheater/Stephan Zbinden)

So lange geht es selten bei einer Familienvorstellung im Figurentheater. Die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder, heisst es oft, erlahme schnell. Wie aber soll man ein grosses Abenteuer wie das von Jim Knopf und Lukas in aller Kürze auf die Bühne bringen? Und das auch noch mit jener Gemütlichkeit, die nicht unwesentlich zum Charme des Klassikers von Michael Ende beiträgt?

Den Spielern Lukas Bollhalder und Sebastian Ryser, zwei zupackenden Kerlen in schwarzen Boxenstop-Overalls, gelingt in knapp siebzig Minuten unter der Regie von Frauke Jacobi die Quadratur des Kreises: als Erzähler und in etlichen Rollen. Bis in die Fingerspitzen erfüllen sie die Stabmarionetten von Johannes Eisele mit Leben und Charakter.

Gemütlich – und mit live gefilmten Nahaufnahmen

Reichlich Spielzeug liegt bereit; die Bühne von Martin Beck und Priska Boos ist eine Eisenbahnlandschaft, die immer wieder neu möbliert wird. Damit noch mehr Bewegung ins Spiel kommt (und auch die in den hintersten Reihen kribbelig vor Schaulust bleiben), dreht eine kleine Kamera Nahaufnahmen. Nicht alles, aber viel läuft während der siebzig Minuten wie ein innerer Film mit im Gedächtnis ab – für jene, die das Original kennen oder die Fassung der Augsburger Puppenkiste. Stichwort genügt: «Oberbonze» etwa, oder «Halbdrache». Bei der Fahrt über den Ozean schwimmt eine Meerjungfrau vorbei. Wer sie erkennt: schön! Wer nicht: macht nichts.

So ist das Stück nicht überladen, der Duktus stets verspielt – auch die Musik trägt dazu bei. Echte Freunde können gelassen bleiben, wie Leo (Lukas Bollhalder), einer der Männer im Overall. Immer wieder kramt er ein Butterbrot hervor. Zum Reinbeissen kommt er ganz am Ende. «Ist jetzt Pause?», fragt ein Kind vernehmlich in den Applaus. Schön wär's ja. Zumal die Herkunft von Jim Knopf offen bleibt. Eine andere Geschichte – für demnächst, zum Selberlesen.

Nächste Vorstellungen: Heute Sa 19 Uhr, So 14.30 Uhr. (Ab 5)

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