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ELECTRO: Von der Zeit eingeholt

Der Berner Soundtüftler Pablo Nouvelle kämpft auf seinem neuen Album «Wired» erfolgreich gegen die Vergänglichkeit.
Stefan Künzli

Pablo Nouvelle (Fabio Friedli) ist viel unterwegs. Der Musiker aus Burgdorf wohnt in Zürich, London ist musikalisch seine zweite Heimat, wir erreichen ihn in Amsterdam, wo sein international agierendes Label Armada beheimatet ist. «Ich habe hier einen Studiojob und ein Konzert», sagt er. Wer international erfolgreich sein will, muss sich auch inter­national vernetzen.

Der Stern von Pablo Nouvelle ging 2013 auf. Das Echo aus Grossbritannien war überwältigend. «Nouvelle bringt den Soul zurück in die Zukunft», jubelte der «Guardian». Trendradios wie BBC und XFM spielten seine Songs und lobten die Sampling-Künste des Schweizer Sound­tüftlers, der zwischen Soul und elektronischer Tanzmusik jongliert. Pablo Nouvelle wurde nicht zum internationalen Star, aber die Welt staunte über den futuristischen Sound des Schweizer Vorreiters. Heute wird er rund um den Globus gespielt und gilt als einer der meistgestreamten Schweizer Musiker.

Auf «Wired», dem neuen ­Album, ist er nach bewährtem Rezept vorgegangen und hat sich für zwölf Songs zwölf Stimmen geliehen. «Für interessante Sänger und Sängerinnen habe ich meine Ohren immer offen», sagt er. Es gibt ein Wiederhören mit der tollen britischen Soul-Sängerin Lulu James und der Schweizer Sängerin Fiona Daniel, die sich in letzter Zeit leider rargemacht hat. Die Fundgrube «Wired» lädt zum Stöbern ein. Kurzweilig und abwechslungsreich. So stossen wir auf Matthias Ziegler, den Schweizer Flötenvirtuosen, und entdecken «Careless», einen Song der aufstrebenden, kolumbianisch-britischen Komponistin Jessie Reyez.

Möglichst zeitlose Sounds

Das ist für Schweizer Massstäbe immer noch sehr raffiniert, aber Pablo Nouvelles Electro-Soul überrascht nicht mehr. Die Zeit ist unerbittlich in der elektro­nischen Musik. Was gestern noch hip war, ist heute verstaubt. So weit ist es mit Pablo Nouvelle noch nicht. Aber der Futurist ist von der Zeit eingeholt worden. Nouvelle ist sich dieser Gesetzmässigkeit in der Electro-Musik bewusst. «Ich will keine nostal­gischen Gefühle wecken, vielmehr soll meine Musik das Hier und Jetzt abbilden», sagt er und hat im OB-6, einem analogen Oberheim-Synthesizer, ein neues Lead-Instrument gefunden.

Für Nouvelle ist der OB wie ein neuer Partner. Ein Synthesizer, der lebt, warm und manchmal sogar leicht ‹out of tune› klingt. «Ich bin ein Freund von richtigen Musikinstrumenten und ver­suche, möglichst zeitlose Sounds zu kreieren», sagt er. Es ist sein Kampf gegen die Vergänglichkeit.

Stefan Künzli

Hinweis

Pablo Nouvelle: «Wired» (Bakara). Unterwegs mit neuer Liveband. 31.3. Wil, Gare de Lion; 12.4. Chur, Werkstatt.

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