Einzelkinder sind fauler, Schulturnen reicht nicht

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Sechzig Minuten Bewegung pro Tag – so viel müssten es eigentlich sein. Doch obwohl Sport bei Schweizer Jugendlichen ein ausgezeichnetes Image hat, erfüllt nur ein Drittel der Jugendlichen dieses Soll. Das zeigt die Studie «Health Behaviour in School-aged Children» der WHO. Schweizer Teenager liegen demnach im europäischen Vergleich an drittletzter Stelle, schreibt die Gesundheitsförderung Schweiz, die dazu zwei weitere Studien zum Thema ausgewertet hat. Diese zeigten auf, dass die körperliche Aktivität der Kinder generell rückläufig sei.

Es zeigt sich, dass Knaben aktiver sind als Mädchen, dass sich in der Schweiz Tessiner Kinder am wenigsten bewegen, dass es keinen Stadt-Land-Unterschied gibt und dass das Bewegungsverhalten der Eltern die Kinder stark beeinflusst. Zudem bewegen sich Kinder mit Geschwistern mehr als Einzelkinder, und ein hohes Arbeitspensum der Eltern kann sich ebenfalls negativ auswirken. Überdurchschnittlich viel Sport treiben Kinder von gut gebildeten Eltern mit gutem Einkommen. Sechs- bis 16-Jährige verbringen 90 Prozent ihrer Zeit sitzend, ­liegend oder in leichter Aktivität. 64 Prozent sind aktiv, lassen aber in der Pubertät nach.

Gerade deshalb sei es wichtig, den Jugendlichen in diesem Alter einen einfachen Zugang zu einem Sportverein zu bieten. Das Schulturnen alleine reiche nicht aus, um die Bewegungsempfehlungen zu erfüllen, schreibt die Gesundheitsförderung Schweiz. Leicht zugängliche Parks, Schulhöfe und Freizeitanlagen seien ebenfalls wichtig. In der Schweiz laufen einige Initiativen für mehr Bewegung der Jugendlichen wie «fit4future» und «Gorilla». (Kn.)