Eine verpasste Chance

ST. GALLEN. Weder Schriftsteller Ivo Ledergerber noch Komponist Francisco Obieta sind in St. Gallen Unbekannte oder gar kulturelle Leichtgewichte. Dazu arbeiten sie seit vielen Jahren viel zu beharrlich und mit sehr gutem Ruf in der Stadt.

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ST. GALLEN. Weder Schriftsteller Ivo Ledergerber noch Komponist Francisco Obieta sind in St. Gallen Unbekannte oder gar kulturelle Leichtgewichte. Dazu arbeiten sie seit vielen Jahren viel zu beharrlich und mit sehr gutem Ruf in der Stadt. Dennoch hat es ihr gemeinsames Oratorium «Verbrennt das Feuer» über Jan Hus nicht geschafft, in der Gallus-Stadt aufgeführt zu werden.

Sowohl von katholischer wie von reformierter Seite hat man abgewinkt. Obietas Musik wird also – anders als 2010 mit dem «Kremser Requiem» – weder in der Kathedrale noch in St. Laurenzen erklingen. Das ist eine verpasste Chance, nicht zuletzt auch, weil St. Gallen historisch mit der Geschichte von Konstanz stark verbunden ist. Und auch weil in einer Bischofsstadt ein reformatorischer Stoff wie Jan Hus auch heutzutage als Denkanstoss unbedingt wichtig wäre.

Ein paar Bemerkungen können sich Ivo Ledergerber und Francisco Obieta nicht verkneifen. Beide finden, dass in der Stadt eine zentrale Anlaufstelle fehle, die Kultur zielgerecht umsetze. «In St. Gallen kämpfen zu viele einzelne Don Quijotes gegen die verschiedenen Windmühlen», sagt Francisco Obieta und spricht von einer Kulturszene, wo an vielen kleinen Ecken und Enden jeder für sich arbeite. Dass das «Jan Hus-Oratorium» in Konstanz uraufgeführt werden muss, steht ausser Frage. Der zweite Konzertort hätte aber St. Gallen sein müssen. Und ein breites, interessiertes Publikum hätte sich hier auf jeden Fall gefunden. (map)

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