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Eine Umarmung für St. Gallen

Die Band Whitney hat die einnehmendsten Melodien des Musikjahres – und Elton John ist ihr grösster Fan. Am Donnerstag kann man die Band aus Chicago live im Palace erleben.
Timo Posselt

Man kann ihn auch nicht mögen. Aber als Sir Elton John die Band Whitney zur aktuellen Lieblingsband erklärte, dürften sich die sieben Buben aus Chicago gefreut haben. Der alternde Popstar legte sie schliesslich nicht nur in seiner Radioshow auf, sondern traf sie kürzlich für die «New York Times» zum Interview. Damit trifft er voll ins Schwarze: Whitney sind eine der vielversprechendsten Entdeckungen des Musikjahres. Mit der verstorbenen Diva Whitney Houston haben sie jedoch nichts am Hut.

Eine traurige Trompete stimmt ein

Ihr Débutalbum «Light Upon The Lake» ist ein umarmender Reigen von wehmütigen Indie-Songs. Die unverkrampft unmännlich hohe Stimme von Julien Ehrlich klagt eingängig über die sympathischste Art der zeitgenössischen Selbstverwirklichung – die Liebe. Das Leitmotiv dämmerte einem schon in ihrer Single «No Woman», die dem Erfolg vorauseilte. Gitarrist und Song-Koautor Max Kakacek stützt Ehrlichs Flehen mit handwerklich ausgefeilten und vielschichtigen Gitarrenriffs, die sich im Ohr festsetzen. Und nicht zuletzt, ist da diese Trompete: Ein phänomenaler Kunstgriff. Das macht ihr Album nicht nur zum vermeintlichen Soundtrack für den vergangenen Sommer, sondern zum Mitsumm-Album und «Ich nehm' Dich in die Arme, wenn Du traurig oder sonst was bist»-Album des Jahres.

Das laufende Jahr verbrachten Ehrlich und Kakacek auf einer atemlosen Tour. Unterstützt werden sie von fünf Mitmusikern, die den Konzerten einen vollen, ausgegorenen Sound bescheren. Müde scheinen sie davon nicht zu sein, sondern vielmehr Party-hungrig. Sie trinken und tanzen die Nächte nach den Konzerten gerne mal durch, wie man so hört.

Vor Whitney spielten Ehrlich und Kakacek in der Band Smith Westerns, die sich zwar in der gleichen Musiksparte bewegte, aber austauschbarer klangen. So war für Sänger Ehrlich der Bruch eine Befreiung: «Als wir Songs für Whitney zu schreiben begannen, taten wir endlich, was wir wollten. Es war so befreiend!» Ihre ersten Songs nahmen sie mit Kasettenrekorder auf, wie sie im Interview Elton John erzählen. Darauf meint der, das spüre man: «Solche Einzigartigkeit und authentische Stimmen seien so nötig bei dem vielen massenproduzierten Mist heutzutage.» Auf das dicke Lob fällt Sänger Ehrlich das Herz in die Hose. Doch als Elton John von seiner Vorliebe live zu spielen erzählt, kann Ehrlich einklinken: «Ich glaube, das ist ziemlich genau der Grund, warum wir sind, wer wir sind.» Die Spielfreude auf der Bühne kennt auch Elton John, und genau das begeistere ihn bei Whitney.

Das gute Händchen des Palace

Das verrückteste an der Geschichte ist eigentlich, dass Whitney in die Ostschweiz kommt. Denn für die Programm-Verantwortlichen von Clubs kleinerer Städte wie St. Gallen ist es schwieriger bis unmöglich geworden, gewisse Bands zu engagieren. Es ist dem ausgesprochen guten Händchen der Programmgruppe des Palace zu verdanken, dass dies bei Whitney gelungen ist. Und dafür werden auch einige Leute von weiter her anreisen.

Do, 27.10., 21 Uhr, Palace

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