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«Eine starke Stimme für die Kultur»

Kulturschaffende aus allen Sparten haben am Wochenende die IG Kultur Ost gegründet. Diese will sich gegen Spardruck in der Kulturpolitik engagieren und eine Vernetzungsplattform werden. Und wenn nötig auch mal die Politik unter Druck setzen.
Urs-Peter Zwingli
Ein Teil des Vorstandes der IG Kultur Ost: Peter Surber, Präsidentin Ann Katrin Cooper und Philip Stuber (von links). (Bild: Urs-Peter Zwingli)

Ein Teil des Vorstandes der IG Kultur Ost: Peter Surber, Präsidentin Ann Katrin Cooper und Philip Stuber (von links). (Bild: Urs-Peter Zwingli)

«Seit der Kantonsrat 2018 die Kulturgelder nach oben begrenzt hat, gibt es die Angst vor einer tiefgefrorenen St. Galler Kulturlandschaft. Wenn ich mich hier umsehe, ist diese unbegründet», sagte Peter Surber, Redaktor des Kulturmagazins «Saiten», zu über 100 Interessierten. Diese waren am Samstag auf Einladung von «Saiten» im Kulturkonsulat in der St. Galler Innenstadt zusammengekommen, um den Verein IG Kultur Ost zu gründen.

In der Schalterhalle des früheren italienischen Konsulates trafen sich Kulturvertreter aller Sparten. Unter ihnen etwa Schauspieler Marcus Schäfer, Liedermacher Manuel Stahlberger, Open-Air-Gründer Freddy «Gagi» Geiger und Katrin Meier, Leiterin des kantonalen Amtes für Kultur.

«Kultur muss bei Sparübungen immer als Erstes hinhalten»

«Saiten» hatte 2018 bereits mit der Aktion Jakob («Ja zur Kultur in der Ostschweiz, bitte!») in die Abstimmung über die Theater­sanierung eingegriffen. Nun initiiert es die IG Kultur Ost. Der ­unabhängige, nicht gewinnorientierte Verein steht allen Interessierten offen. «Durch den Zusammenschluss von Kulturschaffenden, Kulturvermittlern und Kulturinstitutionen sollen diese eine gemeinsame, starke Stimme erhalten», sagte Ann Katrin Cooper an der Versammlung. Cooper, Leiterin des Panorama Dance Theaters, wurde zur Präsidentin des Vereins gewählt.

Doch wie will dieser die Stimme erheben? Genannt wurde der Widerstand gegen den Spardruck. «Kultur muss bei Sparübungen immer als Erstes hinhalten», sagte Surber. Dabei hätten Stadt und Kanton St. Gallen in den letzten Jahren finanziell vorwärtsgemacht. Anderseits will man sich auch in die Diskussion um kulturelle Grossprojekte einbringen: Im Sommer wird über das Klanghaus Toggenburg abgestimmt, für die Kantons- und Stadtbibliothek steht der definitive Standortentscheid bevor, das Kunstmuseum wartet seit langem auf einen Umbau.

«Es kann auch sein, dass wir uns konkret in die Politik einschalten: In Luzern etwa wurden Politiker vor Wahlen von der dortigen IG Kultur zu ihrer kulturpolitischen Haltung befragt und die Ergebnisse veröffentlicht», sagte Surber.

Dialog mit den Mitgliedern

An der Versammlung konnten sich Interessierte als Vereinsmitglieder eintragen, was rund 100 Personen taten. Nun hat der neunköpfige Vorstand ein Jahr Zeit, im Dialog mit den Mitgliedern zu präzisieren, was Auf­gaben und Massnahmen der IG Kultur Ost sind.

An der Versammlung gab es auch Kritik: Kulturschaffende aus dem Süden des Kantons fühlten sich vom stadtsanktgallisch geprägten Vorstand zu wenig vertreten – kurzerhand wurde darum Dario Jablanovic vom Walenstadter Orchester Concentus Rivensis, der sich zur Wahl stellte, in den Vorstand berufen. «St. Gallen hat jahrelang auf so etwas gewartet. Lasst die Leute nun arbeiten und gebt ­ihnen Zeit», appellierte Freddy Geiger am Schluss ans Publikum.

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