Eine Spritze statt täglich Pillen

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Aids Bisher müssen HIV-Patienten täglich Pillen nehmen, um das Virus zu kontrollieren. Künftig könnte eine Monatsspritze ausreichen. Das hat ein internationales Forscherteam auf der HIV-Konferenz in Paris berichtet. Sollten Zulassungsstudien die im Fachblatt «The Lancet» veröffentlichten Ergebnisse bestätigen, könnte erstmals eine Injektionstherapie gegen HIV auf den Markt kommen, die nur alle vier Wochen nötig wäre. Unabhängige Experten sprechen in einem «Lancet»-Kommentar von einem Meilenstein in der Geschichte der HIV-Therapie. «Diese Resultate verdienen grosse Aufmerksamkeit», schreiben Mark Boyd von der University of Adelaide und David Cooper von der University of New South Wales in Sydney. «Eine antivirale Injektionstherapie ist umso attraktiver, je seltener sie injiziert werden muss.»

Bei der HIV-Behandlung nehmen Patienten derzeit täglich oral drei Wirkstoffe, die die Viruslast im Blut unter die Nachweisgrenze drücken können. Seit eini­gen Jahren gibt es Kombina­tionspräparate, sodass Betroffene nur noch eine Tablette pro Tag benötigen. Die nun getestete Injektionstherapie könnte die Behandlung weiter vereinfachen; allerdings wäre es eine intramuskuläre Injektion. (sda)