Eine spezielle Nacht

Der am Bodensee aufgewachsene Sänger und Multiinstrumentalist Konstantin Gropper ist mit seiner Band Get Well Soon zurück im Palace. Es wird ein Konzert mit drei unterschiedlichen Sets.

Marc Peschke
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Umjubelter Grenzgänger: Konstantin Gropper. (Bild: pd)

Umjubelter Grenzgänger: Konstantin Gropper. (Bild: pd)

ST. GALLEN. Wenn Konstantin Gropper singt, dann gibt er gerne den Unbeteiligten. Emotionen sind dem Mannheimer – der lange in Dublin, London und Berlin lebte – nicht anzusehen, doch die Musik seiner Band Get Well Soon ist so voll davon, so reich an Melancholie, Traurigkeit und Düsternis, wie man es in Deutschland lange nicht mehr gehört hat. «Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon» war der etwas kapriziöse Titel des Débuts des Multiinstrumentalisten.

Zwischen Folk und Dandy Pop

Die folgenden Alben «Vexations» und «The Scarlet Beast O' Seven Heads» versetzten alle Liebhaber schwermütiger Popmusik vollends in Entzücken – vorgetragen von einem jungen Mann, der sich auf Fotos in einem Bärenkostüm ablichten liess, das er wie ein Trauergewand trug. Er galt einige Jahre als der neue Schmerzensmann der Popmusik, ein Seelenverwandter Thom Yorkes oder auch Maximilan Heckers, ein von Englands euphorischer Musikpresse umjubelter Grenzgänger zwischen Folk, Dandy Pop, Klassik und elektronischer Musik.

«A special night with Get Well Soon» verspricht nun die Band, die im Jahr 2008 im Palace ihr erstes Konzert in der Schweiz spielte. Im vergangenen November hat der 1982 geborene Gropper mit seinen Musikern drei EP veröffentlicht, die er an diesem Abend vorstellen wird. «The Lufthansa heist», «Henry – The Infinite Desire Of Heinrich Zeppelin Alfred von Nullmeyer» und «Greatest Hits» bringen das episch-orchestrale Werk von Get Well Soon zur Vollendung, auch wenn Gropper die Veröffentlichung eher lakonisch kommentiert hat: «Ich bin einfach noch nicht bereit für ein neues Album, besser oder anders kann ich das jetzt auch nicht formulieren.»

Cover der Beach Boys

Vor allem die dritte EP überrascht, denn auf dieser covern Get Well Soon Stücke von George Michael («Careless Whisper»), Elton John («Rocket Man»), Riz Ortolani («Oh My Love») und The Beach Boys («'Til I Die»). Auf eine Art allerdings, die sich streng an das Bandmotto hält: «Meine Musik mag desillusioniert sein, aber sie soll nicht desillusionieren.» So hat Gropper die Wirkung seines Werks einmal zusammengefasst.

Die St. Galler Band Loreley & Me eröffnet den Abend mit Bluesrock und erzählt dabei Geschichten von Vagabunden mit Gitarren und Bottlenecks, aber auch von Synthesizer-Prinzen, swingenden Stiefmüttern und verliebten Jägern.

Di, 14.4., 21 Uhr (Tür 20 Uhr), Palace St. Gallen

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