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Eine Revolution ohne Explosionen

Hörbar Pop

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Yo La Tengo: There’s A Riot Going On (Matador/Musikvertrieb)

Während viele Bands meistens permanent auf das Gaspedal drücken, stehen Yo La Tengo immer auf der Bremse. Da lockt der ­Titel «There’s A Riot Going On» auf eine falsche Fährte. Da ist keine Hast, keine Explosion, kein ­Umsturz. Wenn es etwas Revo­lutionäres auf dieser Platte gibt, dann ist es die bandtypische ­Entschleunigung. Die Melodien, die Gitarren, der Gesang: Alles nimmt sich seine Zeit. Es ist ein kraftvoller Kontrapunkt zu der sich immer schneller drehenden Welt. Vielschichtiger, sanfter Rock, dessen Wirkung sich erst nach mehreren Durchgängen voll entfaltet. Auch das mittlerweile 15. Studioalbum der amerikanischen Band, die 1984 gegründet wurde, ist ein starkes Stück Musik. Eines, das nicht protzen und angeben muss, sondern durch seine Sanftheit überzeugt.

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The Decemberists: I’ll Be Your Girl (Rough Trade/Musikvertrieb)

Getrieben vom Wunsch nach Veränderung

Musste das jetzt wirklich sein? Da legen sich plötzlich hallig-wabernde Synthie-Teppiche über den Sound der Decemberists. Die einstigen Indie-Folker haben sich auf die Tanzfläche ­geschleppt. Wohl alles getrieben vom Wunsch nach Veränderung und der Angst, musikalisch stehenzubleiben. Der beste Moment dieses Albums ist der erste Song, der schrammel-folkig beginnt und erst dann nach und nach elektrifiziert wird. Da ist der Wandel der Band für kurze Zeit logisch und nachvollziehbar. ­Vieles vom Rest des Albums lässt viele alte Fans aber etwas ratlos zurück. Aber vielleicht ist es wie mit vielen ­Veränderungen im ­Leben: Man braucht Zeit, um sich daran zu ­gewöhnen.

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The Vaccines: Combat Sports (SMI/ Columbia)

Sanfte Evolution statt Revolution

Erfreulich wenig Veränderung gibt es bei den Vaccines. Die Londoner setzen mehr auf sanfte Evolution statt krawallige Revolution. Und das lohnt sich: Ihr ­Indie-Rock ist schmissiger denn je. «Combat Sports» steckt voller kleiner und grosser Hits. Das ist zwar nix, was man nicht auch schon anderswo gehört hat, aber erfrischend leicht gespielt.

Michael Graber

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