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Eine Klimademo, ein wenig Abfall und ein Facebook-Eintrag der Stadtpolizei
St.Gallen sorgen für Diskussionen

In einem Facebook-Beitrag des St.Galler Social-Media-Polizisten wird auf das Litteringproblem aufmerksam gemacht. Dass genau die Klimademonstration mit rund 1500 Teilnehmern dafür herhalten musste, finden im Nachhinein alle Beteiligten unglücklich.
Tim Naef
Im Schmittengässlein in St.Gallen blieb am vergangenen Samstag nach der Klimademonstration Abfall liegen. (Bild: Stapo SG)

Im Schmittengässlein in St.Gallen blieb am vergangenen Samstag nach der Klimademonstration Abfall liegen. (Bild: Stapo SG)

«Überreste der Klimademo von letztem Samstag in der Stadt St.Gallen», schreibt der Stadtpolizist Thomas Christen auf seiner Facebook-Seite. Gefunden worden seien die Kartons und der Pappbecher «am Boden in einer Hausecke im Schmittengässlein». Mit dem Post traf Christen einen Nerv der Bevölkerung, oder zumindest eines Teils davon. Mittlerweile (Stand Freitagnachmittag) wurde der Post über 200 Mal geteilt und rege diskutiert. Der Grundtenor: Die Klimademonstranten würden Wasser predigen und Wein trinken.

«Es ging mir nicht darum, die Klimademonstration in Frage zu stellen», sagt Thomas Christen, Stadt- und Social-Media-Polizist, auf Anfrage. Wenn man aber für etwas einstehe, solle man auch als gutes Beispiel vorangehen:

«Da stehen Littering und Klimademo im Widerspruch.»

Dieser Aussage widerspricht auch das Kollektiv Klimastreik Ostschweiz nicht: «Littering ist ein Verhalten, welches unentschuldbar ist.» In einer Stadt, in der man den Abfall alle paar Meter entsorgen könne, gebe es keine Ausrede, seinen Müll einfach auf die Strasse zu werfen.

«Einziges Beispiel für Littering»

Gleichzeitig übt das Kollektiv Kritik an der Polizei: Dieser Beitrag sei eine falsche Darstellung der Bewegung. Tausende von Menschen hätten an den bisher sieben Klimastreiks in der Ostschweiz teilgenommen.

«Und hier haben wir das erste und einzige bekannte Beispiel für Littering.»

Die Mehrheit der Aktivistinnen und Aktivisten habe wiederholt bewiesen, dass sie der Umwelt gegenüber respektvoll sei. Deshalb zeige dieser Beitrag nicht die wahre Natur der Bewegung.

Dem widerspricht auch Christen nicht. Klar gebe es Abfall, wenn so viele Menschen zusammenkommen würden. Es würden beispielsweise Sticker angebracht, und es bleibe mal was liegen. «In Anbetracht der vielen Teilnehmenden gab es aber bisher kein übermassiges Littering.» Dementsprechend sei es bisher auch kein Problem gewesen. (Anm. d. Red.: Laut Nachrichtenagentur nahmen vergangenen Samstag rund 1500 Personen an der Klimademonstration teil.)

Auch andere Beispiele für Littering

Ihm sei auch klar gewesen, dass die Klimademonstrationen umstritten diskutiert würden. Christen betont nochmals: «Mir ging es nicht darum, hier einer Seite in die Hände zu spielen.» Genau so wenig habe er die Klimademos als Ganzes an den Pranger stellen wollen.

An dieser Stelle wolle er auf die anderen Beispiele auf den Social-Media-Plattformen der Polizei verweisen, wie beispielsweise die Drei Weieren, wo regelmässig und anhand ganz unterschiedlicher Beispiele die Littering-Problematik hingewiesen werde.

Dies betont auch Roman Kohler, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen. Gleichzeitig sei sich die Polizei der Kontroverse des Beitrags durchaus bewusst gewesen: «In diesem konkreten Fall nahm Thomas Christen vorgängig Rücksprache mit der Medienabteilung der Polizei.» Sie seien sich im Klaren, dass es sich um ein kontroverses Thema handle. Und dass es sowohl Argumente für wie auch gegen einen solchen Post gab.

«Letztlich haben wir uns aber entschieden, dass wir – wie bei anderen Veranstaltungen, Örtlichkeiten und so weiter – auch in diesem Fall auf die Littering-Problematik aufmerksam machen.»

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