Eine geballte Ladung Beethoven zum Abschied

Drucken
Teilen
Immer wieder ein Hit: der unsterbliche Klassiker Ludwig van Beethoven.

Immer wieder ein Hit: der unsterbliche Klassiker Ludwig van Beethoven.

Dem Chefdirigenten Otto Tausk liege Beethoven, sagt Konzertdirektor Florian Scheiber, der dem Ende Saison 2017/18 nach Vancouver ziehenden Musiker mit acht Beethoven-Sinfonien einen richtig packenden Abschied organisiert. Sechs Abende und vier Programme sind dafür vorgesehen. Beethoven taugt nicht nur zur Verabschiedung des Chefdirigenten (Tausks Nachfolger soll noch vor Sommer der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden), sondern auch zum Jubiläum 50 Jahre Theater St. Gallen und 25 Jahre Tonhalle in der jetzigen Gestalt.

Der grosse Beethoven-Interpret Rudolf Buchbinder kommt nach St. Gallen und spielt an zwei Abenden alle fünf Klavierkonzerte des Klassikers. Und immerhin sechs von 32 Klaviersonaten gibt es mit Alexander Melnikow, der die drei ersten und die drei letzten Sonaten von Beethoven in zwei Rezitals gegenüberstellen wird und damit den atemberaubenden Weg des frühen Genies bis zum späten Sonaten-Denker absteckt.

Beliebte und verlässliche Interpreten

Otto Tausk zeigt sich in seiner letzten Saison auch nochmals mit Komponisten, die in seiner St. Galler Zeit eine Rolle gespielt haben: Brahms, Mahler und Schostakowitsch. Von Brahms wird die vierte, von Mahler ebenfalls die vierte und vom Russen die fünfte Sinfonie erklingen. Konzertdirektor Florian Scheiber setzt auch auf in der Tonhalle beliebte Künstler, die er immer wieder gerne engagiert. Howard Shelley etwa, der diesmal mit Mozarts Krönungskonzert zu hören ist. Beliebt ist auch Wayne Marshall, der auch auf der Orgel improvisierend die Kathedrale im Festkonzert der Festspiele 2018 als Klangkörper für Musik von Leonard Bernstein nutzen wird.

Ein Dirigent, der sich in St. Gallen einen sehr guten Ruf erspielt hat, ist auch der Litauer Modestas Pitrenas. Er dirigiert Tschaikowskys Sechste, die «Pathétique», nicht ohne vorher Musik aus Litauen und Lettland vorgestellt zu haben. Hierbei ist ein klangprächtiges Orchesterwerk des Litauers Mikalojus Konstantinas Ciurlionis zu hören. Der Künstler war vor allem als symbolistischer Maler bekannt. Der Lette Peteris Vasks ist mit einem Konzert für Englischhorn und Orchester vertreten. In den Orient und die Märchenwelt von Scheherazade entführt ein weiteres Tonhallekonzert, bei dem ein kasachischer Dirigent und eine ägyptische Sängerin Borodins «Steppenskizze aus Mittelasien» sowie die Scheherazade-Fantasien von Ravel und Rimsky-Korsakow gestalten werden.

Ein Jubiläumsgeschenk gibt es auch für das treue Konzertpublikum. Zum Sechserabo gibt es in der nächsten Saison ein weiteres Konzert dazu, gratis.

Martin Preisser

martin.preisser@tagblatt.ch

Aktuelle Nachrichten