Eine Ausstellung sucht ihren Platz

ST. GALLEN. Derzeit ist eine Ausstellung über Louis Agassiz in Grindelwald zu sehen. Der St. Galler Hans Fässler würde seine Auseinandersetzung mit dem Naturforscher und dessen Rassismus gerne auch in St. Gallen zeigen. Und erhält bislang Absagen.

Rolf App
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Louis Agassiz: Berühmter Naturwissenschafter und einflussreicher Verfechter der Rassentrennung. (Bild: pd)

Louis Agassiz: Berühmter Naturwissenschafter und einflussreicher Verfechter der Rassentrennung. (Bild: pd)

Der Historiker Hans Fässler beschäftigt sich seit mehreren Jahren damit, inwiefern die Schweiz und auch die Ostschweiz mit der Sklaverei verbunden sind und mit Verantwortung tragen (Buch: Reise in Schwarz-Weiss. Schweizer Ortstermine in Sachen Sklaverei, Rotpunktverlag, 2005). Bei diesen Recherchen ist der Buchautor und Ausstellungsmacher auf den bekannten Schweizer Naturwissenschafter Louis Agassiz (1807–1873) gestossen, der ein einflussreicher Verfechter der Rassentrennung geworden war. In Grindelwald, nahe des Agassizhorns, ist noch bis Ende Monat Hans Fässlers Ausstellung «Gletscherforscher – Rassist: Louis Agassiz» (1807–2012) zu sehen. Für die Ausrichtung dieser Ausstellung hat der St. Galler vom Kanton (im Gegensatz zur Stadt St. Gallen) auch Kulturgelder erhalten.

Fässler, der die Ausstellung nächsten Sommer in Fieschertal (Kanton Wallis) zeigen kann, möchte seine Auseinandersetzung mit dem Rassisten Agassiz auch gerne noch in St. Gallen präsentieren. Doch für seine Anfrage bei den Direktoren des St. Galler Naturmuseums und des benachbarten Historischen und Völkerkundemuseums erhielt er von diesen beiden Seiten eine Absage. Die Begründungen dafür sind unterschiedlich.

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