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Ein Zuhause für die freie Theaterszene

Am Wochenende startet im ehemaligen Kinok an der Grossackerstrasse 3 das Theater 111 mit seinem ersten Programm. Es wird von einem Kollektiv betrieben – und will ein vielfältiger Theaterort mit Eigenproduktionen und Gastspielen sein.
Beda Hanimann
Vom Apollo zum 111: Hier wird ab Samstag Theater gespielt. (Bild: Tonia Bergamin)

Vom Apollo zum 111: Hier wird ab Samstag Theater gespielt. (Bild: Tonia Bergamin)

Noch funktioniert die Internetseite www.th111sg.ch nicht. Und die Schriftzüge der Vorgänger-Institutionen sind noch sicht- oder zumindest ahnbar, der neue Name aber, Theater 111, fehlt. Diese Planungsrückstände konnten die Initianten nicht davon abhalten, endlich mit dem zu starten, was ihnen das Wichtigste ist: Theater spielen. Nächsten Samstag geht es los mit Kinderprogrammen von Joséphine François und Clau Wirth und mit «Schwein, Weib und Gesang» des Theaters Fleisch + Pappe. Am Sonntag zeigt Eva Fuhrer die Tanzperformance «Vexations», Nathalie Hubler und Thomas Furrer erörtern lesend die Frage, warum der Name Theater 111.

Sieben Intendanten

Dieser, soviel vorweg, rührt von Beethovens letzter Klaviersonate mit der Opuszahl 111, einem reichhaltigen Werk mit vielen Interpretationsmöglichkeiten, wie Nathalie Hubler erläutert. Vielfalt ist auch das Stichwort zum neuesten St. Galler Theaterhaus. Sieben Kultur- und Theaterschaffende führen es quasi in Mehrfach-Intendanz, gleichzeitig bespielen sie den früheren Raum des Kinoks mit ihren eigenen Programmen. Das Besondere des Konzepts ist also nicht programmlicher, sondern funktionaler Natur. «Als Freischaffende ist man immer auf den Goodwill von Veranstaltern angewiesen, damit man auftreten kann», sagt Nathalie Hubler. «Wir sind alle schon länger in der Szene tätig, haben mal da, mal dort gespielt. Mit dem Theater 111 haben wir nun einen eigenen Raum.»

Spielen und einladen

«Wir alle», das sind neben der Schauspielerin Nathalie Hubler der Musiker und Regisseur Pierre Massaux, der Schauspieler Thomas Furrer, die Figurenspielerin Kathrin Bosshard, die Märchenerzählerin Claudia Wirth, Joséphine François vom Frauenduo Bildhübsch und Franziska Hoby, die zur Compagnie Buffpapier gehört. Sie alle hatten neue Projekte in Arbeit, mit ihnen bestreiten sie nun die ersten Monate im Theater 111.

Die Eigenproduktionen sind die eine Linie. «Die Idee ist, dass alle Beteiligten eine Anzahl Termine bekommen», erklärt Nathalie Hubler. «Diese bespielen sie einerseits selbst, anderseits laden sie andere Künstler ein.» Das ergibt einen weiteren Multiplikatoreffekt in Sachen Vielfalt. Gleichzeitig entfallen lange Diskussionen über die Saisonprogrammierung, weil alle vom Kollektiv ihre eigenen Abende bespielen oder planen. Der Kollektivgedanke kommt dennoch zum Tragen: Durch den Ort, aber auch indem man sich etwa in technischen Belangen gegenseitig unterstützt.

Vom Kino- zum Theatersaal

Der ehemalige Kinosaal wurde für seine neue Bestimmung radikal umgebaut. Zugunsten der Bühne wurde die Platzzahl auf rund fünfzig reduziert, die Sitzreihen (es sind die alten vom Kinok) stehen auf Treppenpodesten. «Es wird sich nach und nach zeigen, was der Raum zulässt», sagt Nathalie Hubler. «Das ist auch für uns spannend: Einen Raum zu haben, wo sich etwas entwickeln kann.»

Eröffnungswochenende: Sa, 31.8., 14–16 und ab 20 Uhr, So, 1.9., ab 16 Uhr. Eintritt frei. Kontakt: th111sg@gmail.com

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