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Ein Vorarlberger erobert die Opernbühnen der Welt

Der Bass Martin Summer steigt die Karriereleiter steil nach oben. Aktuell noch im Opernensemble des Theaters St. Gallen, singt der gebürtige Vorarlberger ab kommender Spielzeit an der Staatsoper Hamburg.
Bettina Kugler
Von der Scala via St. Gallen nach Hamburg: Der Bass Martin Summer «macht Kilometer» an der Oper. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Von der Scala via St. Gallen nach Hamburg: Der Bass Martin Summer «macht Kilometer» an der Oper. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Konzertveranstalter zucken sacht zusammen, wenn es um Liederabende geht. Damit könne man keinen Saal füllen, wird gern behauptet, das bringe zu wenig Publikum. Martin Summer hat andere Erfahrungen gemacht. Als er kürzlich zusammen mit dem Pianisten Tobias Neubauer im Foyer des Theaters St.Gallen eine Matinee mit Liedern von Schubert, Hugo Wolf und anderen, weniger bekannten Komponisten gab, kamen allein zwei Reisecars aus Vorarlberg – und viele, denen Summer in den letzten zwei Jahren als Ensemblemitglied und vielversprechender Sänger aufgefallen ist.

Meistens verkörpert er auf der Bühne gesetzte ältere Herren: etwa den Philosophen Seneca in Monteverdis Oper «L’Incoronazione di Poppea», die am 11. Mai Premiere haben wird. Den Denker nimmt man ihm backstage ab, den Alten weniger: im Dezember ist Martin Summer dreissig geworden. Aber gesetzt und in sich ruhend, wie tiefe Bässe im Opernrepertoire oft sind: Das passt bereits jetzt gut zu ihm.

So hatte der Bass aus Vorarlberg reichlich zu tun, seit er nach zwei Jahren Opernstudio an der Scala in Mailand zur Spielzeit 2017/18 ans St.Galler Opernensemble kam. Gesungen hat Summer immer schon gern; im Kinder- und Jugendchor, im Kammerchor, dann im Chor der Bregenzer Festspiele.

Viele Nachmittage und Abende an der Schubertiade haben die Liebe zum Lied geweckt, die er neben der Arbeit auf der Bühne weiter pflegt. Demnächst singt er selbst im Rahmen des renommierten Festivals: geistliche Musik von Schubert, mit Manuel Walser, seinem Ensemblekollegen Nik Kevin Koch und anderen.

Karriere-Sprungbrett St.Gallen

In kleinen und mittleren Partien konnte Martin Summer in St.Gallen «Kilometer machen», wie er sagt. Das Theater hat einen guten Ruf als Karriere-Sprungbrett. Martin Summer sang den Wärter Rocco in «Fidelio», Colline in «La Bohème». Er lernte aber auch selten gespielte Opern zu schätzen, Frank Martins weltliches Oratorium «Le vin herbé», Schrekers «Die Gezeichneten».

Und fliegen: als Sturmwind in Rimsky-Korsakows «Der unsterbliche Kaschtschei», im Schnürboden angeseilt. Von wegen gesetzt! «Es gibt Angenehmeres», sagt er zum Singen ohne Bodenhaftung. «Doch wenn es nicht gegangen wäre, hätte der Regisseur sicher noch einen Plan B gehabt.»

Er schneidet Obstbäume bei den Eltern in Rankweil

Schon bald fliegt Summer auf und davon; zur kommenden Saison wird er Ensemblemitglied an der Hamburger Staatsoper. Da wird er nicht zwischendurch bei den Eltern im Dorf bei Rankweil vorbeischauen und die Obstbäume schneiden können wie am Tag vor unserem Treffen.

Aber er freut sich: So war seine Entscheidung, nach dem Kirchenmusik- und dem Kontrabassstudium bei Francisco Obieta am Feldkircher Konservatorium doch noch Gesang zu studieren, also richtig. Erst hat er gezögert.

«Ich hatte Angst, die Freude am Singen zu verlieren, wenn es zum Beruf wird.»

Doch er wollte auch wissen, was er erreichen kann. «Wenn man einmal Blut geleckt hat, gibt es kein Zurück mehr.» Vorerst nächster Halt: Hamburg.

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