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Sharon Tate: Die Ehefrau von Regisseur Polanski hatte ein viel zu kurzes Leben

Heute würde Sharon Tate 76 Jahre alt. Doch die Schauspielerin und Ehefrau des Filmemachers Roman Polanski wurde vor 50 Jahren bestialisch ermordet. Quentin Tarantino hat die Mordnacht verfilmt.
Roland Schäfli
Die ermordete Schauspielerin Sharon Tate mit Ehemann Roman Polanski. (Bild: Jack Garofalo/Getty (Cannes, 1968))

Die ermordete Schauspielerin Sharon Tate mit Ehemann Roman Polanski. (Bild: Jack Garofalo/Getty (Cannes, 1968))

Sie war das Jungtalent der Swinging Sixties, einen Golden Globe als beste Newcomerin und den Trauschein mit dem heissesten Regisseur des «New Hollywood» in der Tasche. Doch in Erinnerung bleibt Sharon Tate wegen ihrer Ermordung durch die «Manson-Familie». Ursprünglich sollte Quentin Tarantinos Verfilmung am 9. August anlaufen – dem Datum der Mordnacht. Nach lautstarker Kritik an der Pietätlosigkeit dieser Publicity wurde dieser in den USA auf den 26. Juli vorverlegt.

Ob die befürchtete Geschmacklosigkeit eintrifft, wenn die bestialische Tötung in üblicher Tarantino-Ästhetik nach­inszeniert wird, bleibt bis zum Filmstart Tarantinos Geheimnis. Derzeit befindet sich der meisterwartete Film von 2019 im Schneideraum. Schon heute zeigt die hohe Erwartungshaltung an «Once Upon a Time in Hollywood», welchen Kultstatus die Manson-Morde nach 50 Jahren geniessen. Was den Psychopathen Charles Manson, Anführer der Mordsekte, sicherlich freuen würde. Der Serienmörder ist erst vor kurzem, am 19. November 2017, im Alter von 83 Jahren in einem Spital in Kalifornien gestorben.

Darlings der Hollywood-Szene

Roman Polanski und die bei ihrer Ermordung 26-jährige Sharon Tate waren die angesagten Darlings der Hollywood-Szene. Zentrum ihres Jetset-Lebens: das Anwesen im Benedict Canyon. Wer in den Hügeln von Beverly Hills nach 10050 Cielo Drive sucht, wird nicht fündig. Die Nummer wurde geändert: in 10066. Das Haus selbst: abgerissen. Zu viele schlechte Erinnerungen.

Am Morgen des 9. August 1969 fand Putzfrau Winny die Leichen. Einer der vier Täter hatte mit Sharons Blut «Pig» auf die Tür geschrieben. Ebenso schlimm zugerichtet waren ihre Hausgäste Wojciech Frykowski und Abigail Folger. Ein weiteres Opfer, Steven Parent, hatte sich zufällig auf dem Anwesen befunden. Ein prominenter Toter war der Stylist Jay Sebring, Tinseltowns Topfriseur. In seinem ­Adressbuch standen die grössten Stars. Weswegen die Fahndung auf die Filmcommunity ausgeweitet wurde. «In ganz Beverly Hills werden so viele Drogen ins Klo gespült», stand in einem Presseartikel, «dass alle Fische stoned sind!»

Sharon Tate war zuerst mit Jay Sebring liiert, bevor sie sich in Polanski verliebte. In den Augen des Kinopublikums hatten der polnische Filmmacher und das amerikanische It-Girl eine Gemeinsamkeit. Sie war im Okkult-Film «Das Tal der Puppen» zu Weltruhm gekommen; er hatte mit dem okkulten Thriller «Rosemary’s Baby» einen Monsterhit. Beide verliebten sich beim «Tanz der Vampire», der das Okkulte mit Humor nahm. Schaut sich der Regisseur heute den gemeinsamen Film an, kommen ihm die Tränen. «Er erinnert mich daran, wie glücklich ich damals war», schreibt er in seiner 1984 veröffentlichten Autobiografie «Roman by Polanski». Ihm wurde eine Verbindung zu den Satanisten nachgesagt. Die Filme hatten einfach zu verdammt echt gewirkt.

Sharon Tate war im achten Monat schwanger

Tate war im achten Monat, als sie ihren Babybauch an ihn drückte, um Lebewohl zu sagen. Ein Filmprojekt hielt ihn in London fest, während sie nach Hause reiste. Nie hat Polanski seine groteske Vorahnung in diesem Moment vergessen: Du wirst sie nie wiedersehen. Als er endlich heimreisen konnte, war das Konsulat geschlossen – dass der Pole ein Visum benötigte, dürfte ihm das Leben gerettet haben. Hollywood betrieb Schadensbegrenzung. Der Trauernde wurde vor der Presse abgeschirmt, in den Paramount Studios untergebracht (in Julie Andrews Garderobe), wo er unter Beruhigungsmitteln schlief und schlief.

Hollywood hingegen war hellwach. Paranoia, wer der Nächste sein könnte, griff um sich. Ebenso wie die Polizei vermutete Polanski die Mörder im Freundeskreis. Verdächtigte gar Bruce Lee (der im Tarantino-Film ebenfalls nicht ungenannt bleibt). Tate wird dargestellt von Margot Robbie, Polanski vom polnischen Schauspieler Rafal Zawierucha. Eine Rolle im Film – und im Drama – spielte Steve McQueen (gespielt von Damian Lewis), der den Besuch bei Sharon vorgehabt hatte, aber an jenem Abend mit einer Zufallsbekanntschaft im Bett gelandet war. Sein Name stand auf Mansons Liste.

Begräbnis mit Staraufgebot

An der Trauerfeier – in Polanski Erinnerung wie eine «grauenhafte Filmpremiere» – überstieg die Anzahl der Feuerwaffen der Stars jene der FBI-Beamten. Das junge Paar hatte sich über Vornamen unterhalten. Der Name kam posthum auf den Grabstein: «Paul Richard Polanski, ihr Baby». Das ungeborene Kind wurde in den Armen der Mutter bestattet.

Die Presse suchte die Mitschuld bei den Opfern, denen ihr Lebensstil zum Verhängnis geworden sei. Acht Tage nach den Morden liess Polanski sich von einem Fotografen ins Haus begleiten. «Pig» stand noch immer an der Tür. Eitelkeit führte schliesslich zur Verhaftung der «Manson-Familie» – gemordet hatten unter Anweisung Masons drei Frauen und ein Mann. Eine Jüngerin hatte sich mit der Tat gebrüstet. Als Erklärung gab ein Gangmitglied an, das Messer «fühlte sich so gut an, wie es eindrang». Hollywood schlief wieder ruhiger. Die Paramount schickte Polanski eine Rechnung für die Benutzung von Julie Andrews’ Garderobe.

Blieb dem Ehemann nur die Erinnerung, so hatten Fans jüngst Gelegenheit, ein Souvenir zu ergattern. Das Auktionshaus «Julien’s» versteigerte Sharons schickes Hochzeitskleid für 56250 Dollar, den Mini, getragen zur Premiere von «Tanz der Vampire», für 8750 und für 12800 Dollar den Partydress, in dem sie mit Polanski und McQueen feierte. Selbst ihre Eyeliner fanden neue Besitzer. Darren Julien von «Julien’s Auctions»: «Wir zelebrieren den Stil einer Frau, deren Leben viel zu kurz war.»

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