Ein verspielter Abend

KONZERT Hinten im Saal neigt eine Schulklasse zwar zur Unruhe, und zwar gerade an den dezentesten Stellen – und muss dann vom Tonhalle-Intendanten mit erhobenem Zeigefinger zur Ruhe gemahnt werden –, das restliche Publikum indes ist gefesselt von dem, was der Dirigent Charles

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KONZERT

Hinten im Saal neigt eine Schulklasse zwar zur Unruhe, und zwar gerade an den dezentesten Stellen – und muss dann vom Tonhalle-Intendanten mit erhobenem Zeigefinger zur Ruhe gemahnt werden –, das restliche Publikum indes ist gefesselt von dem, was der Dirigent Charles Dutoit zusammen mit dem Zürcher Tonhalle-Orchester erarbeitet hat. Igor Strawinsky, Frank Martin, Camille Saint-Saëns: das ist ein deutlich frankophiles Programm, denn der Russe Strawinsky ist ja von der französischen Kultur geprägt. Die sinfonische Dichtung «Chant du Rossignol» (Gesang der Nachtigall) ist denn auch 1919 in Genf uraufgeführt worden: ein glitzerndes, manchmal fremdartig geheimnisvolles Werk mit zarten Effekten und einem wunderschönen Flötensolo. Zauberhaft-verspielt geht es weiter mit Frank Martins Konzert für sieben Bläser, Pauken, Schlagzeug und Streichorchester, in dem jedes Blasinstrument sein eigenes Thema hat und das mit einem mitreissenden Allegro vivace endet samt Paukensolo. Den zweiten Teil des Abends bestreitet Dutoit mit Saint-Saëns' Orgelsinfonie. Machtvoll spielt die Orgel auf, immer wieder aber kehrt geradezu mystische Ruhe ein. Klar treten die rhythmischen Strukturen hervor. (R. A.)

Das Konzert wird heute um 19.30 Uhr in der Tonhalle Zürich wiederholt und am 13. März um 20 Uhr auf Radio SRF 2 Kultur gesendet.

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