Ein Tag für den Bären von sehr geringem Verstand

Einmal fällt Eduard Bär, seinen Freunden auch als Winnie-der-Pu bekannt, ein kleines Gesumm ein, das er gerne jemandem vorsummen würde. Er schlendert durch den Wald, sieht ein Loch und sagt sich: «Wenn ich überhaupt irgendwas über irgendwas weiss, bedeutet dieses Loch Kaninchen.

Rolf App
Drucken
Teilen

Einmal fällt Eduard Bär, seinen Freunden auch als Winnie-der-Pu bekannt, ein kleines Gesumm ein, das er gerne jemandem vorsummen würde. Er schlendert durch den Wald, sieht ein Loch und sagt sich: «Wenn ich überhaupt irgendwas über irgendwas weiss, bedeutet dieses Loch Kaninchen.» Mit Müh und Not zwängt er sich hinein, und Kaninchen lädt ihn sogar ein zu einer kleinen Elf-Uhr-Mahlzeit.

Ein Bär steckt fest

Honig, Kondensmilch, Brot, Pu mag so etwas fürs Leben gern. Doch als er wieder hinausklettern will aus des Kaninchens gemütlicher Höhle, da kommt er partout nicht mehr durchs Loch. Kaninchen zieht, Christopher Robin zieht – es hilft nichts. Er muss warten. Eine Woche, bis er wieder dünner geworden ist. Immerhin unterhalten ihn seine Freunde mit einem gehaltvollen Buch, während dieser Bär von sehr geringem Verstand hungert. Vielleicht ist es ja «Pu der Bär» von Alan Alexander Milne, aus dem sie ihm vorlesen, der Klassiker der Kinderliteratur von 1926.

Pus Freunde

All jenen aber, die, ob klein oder gross, diesen gutmütigen, liebenswerten und vergesslichen Bären lieben und mit ihm Pus grossen Freund Christopher Robin und seine kleinen Freunde – das geschäftige Kaninchen, das ängstliche Ferkel, die pedantische Eule, den mürrischen Esel I-Ah, die besorgte Kängurumutter Känga und ihr fideles Kind Ruh, schliesslich der übermütige Tiger – , denen macht Radio SRF zum Start ins neue Jahr ein besonderes Geschenk: Pu der Bär füllt am 2. Januar einen ganzen Vorlesetag. Von 9 bis 20 Uhr können wir an Pus Abenteuern teilnehmen.

Rowohlt setzt Massstäbe

Erzählen wird der leider verstorbene, gleichwohl unsterbliche Harry Rowohlt. Seine wunderbar tiefe, rauchige Stimme zeigt sich erstaunlich verwandlungsfähig. Nicht nur als Übersetzer aus dem Englischen und Amerikanischen hat Rowohlt Massstäbe gesetzt, sondern auch immer wieder als Vortragender. Den «Paganini der Abschweifung» hat ihn eine Zeitung genannt, den «Papageno der Abschweifung» ein Veranstalter. Was beides durchaus passt zu seinen angenehm chaotischen Veranstaltungen.

Es hat diesen Christopher Robin übrigens wirklich gegeben. Der kleine Sohn Alan Alexander Milnes hat den schon bald einsetzenden Rummel um seine Person zuerst genossen. Dann aber ist es ihm zu viel geworden, und er hat lange gebraucht, bis er sein Alter ego hat abstreifen und er selbst hat werden können: Christopher Milne, Buchhändler. Auch der Vater der zwei Bände über Pu den Bären hat sich über den Erfolg seiner Kinderbücher mehr gegrämt als gefreut. «Ich wollte ihnen entfliehen», schrieb er. Doch sei es «in England einfacher, sich eine Reputation zu erwerben, als eine loszuwerden».

Radio SRF 2 Kultur: «HörPunkt»-Vorlesetag Pu der Bär Samstag, 2. Januar, ab 9 Uhr im Stundentakt

Aktuelle Nachrichten