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KKL-Jubiläum: Ersatzmann spielte hochromantisches Stück fast jazzig

Trotz einem hochkarätigen Orchestertreffen folgte das dritte Jubiläumskonzert für den Konzertssal dem einfachsten Muster. Für die grösste Überraschung sorgte der Einspringer.
Urs Mattenberger
Jubiläums-Applaus für Pianist Rudolf Buchbinder (vorne), Dirigent Peter Oundjian und das Luzerner Sinfonieorchester. (Bild: LF/Priska Ketterer, 14. August 2018)

Jubiläums-Applaus für Pianist Rudolf Buchbinder (vorne), Dirigent Peter Oundjian und das Luzerner Sinfonieorchester. (Bild: LF/Priska Ketterer, 14. August 2018)

Mit gleich drei «Jubiläumskonzerten» feierte das KKL das 20-jährige Bestehen des Konzertsaals (vgl. Ausgabe vom Samstag). Das erste rückte die Orgel ins Zentrum, die 1998 noch gar nicht existierte. Das zweite erinnerte mit einem ältlichen Dance-Format für ein junges Publikum daran, wie wenig Erfahrung das Haus als Veranstalter hat. Und nach dem dritten Jubiläumskonzert vom Dienstag war klar, dass das Konzept mit drei Konzerten die Ratlosigkeit verbarg, wie man dieses Teil-Jubiläum feiern sollte.

Zwar traten das Lucerne Festival Orchestra und das Luzerner Sinfonieorchester erstmals in einer Veranstaltung auf. Und das Festival-Orchester unter Riccardo Chailly gab mit der zu elektrisierendem Brio gesteigerten «Rienzi»-Ouvertüre einen Vorgeschmack darauf, wie es sich am kommenden Sommerfestival weiter in neue Richtungen bewegen wird. Aber der gut zehnminütige, nicht kommentierte Auftritt dauerte nicht länger als die Grussbotschaften der Jubiläums-Redner.

Als erster unterstrich Stadtpräsident Beat Züsli mit einem Blick auf die Entstehungsgeschichte, dass der Konzertsaal die «Erwartungen» übertroffen habe und das KKL zum «Volkshaus» für die Region geworden sei. Pierre Peyer als Präsident des Luzerner Sinfonieorchesters schilderte, wie dieses mit Benefizkonzerten zur Finanzierung des Konzertsaals beitrug, den musikalischen Teil zum Eröffnungsakt bestritt und den Saal als «Steilpassvorlage» für seinen Aufschwung nutzte. Hubert Achermann, Präsident der Stiftung Lucerne Festival, erinnerte daran, dass das Festival nur dank dem KKL überleben und sich weiterentwickeln konnte: Der damalige «Mut und Glaube, die Zukunft gestalten zu können», habe diesen Glücksfall ermöglicht.

Benefiz für das eigentliche Jubiläum

Auch der Auftritt des Luzerner Sinfonieorchesters unter Peter Oundjian bestätigte den Erfolg, zumal das LSO mit dem für die erkrankte Hélène Grimaud eingesprungenen Rudolf Buchbinder einen Trumpf im ersten Klavierkonzert von Brahms hatte: Buchbinder spielte den Solopart dieses hochromantischen Werks mit einer rhythmischen Pointiertheit und Schlagkraft, die mitunter jazzig wirkte und im behutsamen Zusammenspiel und Augenkontakt mit dem Orchester an eine Gruppenimprovisation erinnerte.

Trotzdem waren nach der Pause in Dvoráks siebter Sinfonie die Reihen im ohnehin nicht ausverkauften Saal stark gelichtet. Das LSO gab zwar energisch, hymnisch und schleierzart eine Visitenkarte für seine erlangte grossorchestrale Qualität ab. Aber die Wiederholung eines Repertoire-Werks ist doch nicht das, was man zu einem singulären Jubiläum erwartet.

Zu Recht sprachen die Redner von einem «Benefizkonzert». Dessen Erlös kommt dem «Music Lab» zugute, einer multimedialen Musik-Erlebniswelt in Räumen des KKL. Eröffnet werden soll es in zwei Jahren. Dann dürfte und müsste das Jubiläum – 20 Jahre KKL – ganz anders gefeiert werden.

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