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Jazz vom Feinsten: Ein Spanier träumt sich in Ravels Welt hinein

Ostschweizer Konzertveranstalter haben sich zusammengetan und stellen das Trio um den Pianisten Marco Mezquida vor. Das Trio präsentiert an vier Orten aufregende Interpretationen von Stücken von Maurice Ravel.
Martin Preisser
Marco Mezquida (Mitte) mit seinem Ravel Trio. (Bild: PD)

Marco Mezquida (Mitte) mit seinem Ravel Trio. (Bild: PD)

In Maurice Ravels Musik steckt Jazz. Wie viel, wie viel schöner und wie viel geheimnisvoller Jazz drinsteckt? Pianist Marco Mezquida aus Barcelona zeigt es mit seiner wundervollen Einspielung «Ravel’s dreams». Es sind nicht nur die Ahnungen von Ravels Träumen, die da einzigartig schön ausgelebt werden, sondern es sind vor allem Träume über Ravels Musik, die den Hörer in Bann ziehen.

Die einzige Liebesaffäre, die er gehabt habe, sei die mit der Musik gewesen, hat Ravel selbst einmal gesagt. Im Album «Ravel’s dreams» spürt man das in jedem Takt. Wie Minimal Music, leicht flockig, lässt es Marco Mezquida mit Perkussionist Aleix Tobias und Cellist Martin Meléndez im «Tombeau de Couperin» angehen. Die drei peppen Ravel nicht künstlich mit Jazz auf, sondern spüren dem Jazzigen nach, feinsinnig, faszinierend verästelt, voll eleganter Klangsinnlichkeit.

In diesen Ravel-Träumen hat auch das Experimentelle seinen – immer sinnvollen – Platz. Etwa in der Bearbeitung des Streichquartetts, das da perkussiv tönt, wo man es nicht erwartet, und das trotz Clustern und Klangballungen die Architektur des originalen Streicherklangs stets im Hintergrund mitgrooven lässt.

Und manchmal ist Mezquida richtig frech, wenn er etwa die romantisch-nachsinnende «Pavane» fast boleroartig beginnen lässt. Feingefühl, Fantasie und Respekt vor der Vorlage Ravels prägen den Klang dieses speziellen Albums. Träumen über Ravel, da darf natürlich der berühmte «Bolero» nicht fehlen. Das Trio steigert das rhythmische Grundmotiv nicht wie im Original, sondern startet mit einer atonalen Tonreihe und dann mit einem wuchtigen Klang-Hexenkessel. Ja, diese fast freejazzartige Bearbeitung tönt irgendwie melodischer als das Original.

«Dieser Satz brachte mich fast ins Grab»

Maurice Ravels zweiter Satz aus seinem G-Dur-Klavierkonzert gehört zu den ganz grossen Träumen in der Musikgeschichte. «Dieser fliessende Ausdruck! Wie ich ihn Takt für Takt überarbeitet habe! Er brachte mich beinahe ins Grab», schrieb Ravel selbst über den langen Kompositionsprozess. Nochmals eine riesige Liebeserklärung ist das, was das Mezquida-Trio hier abgibt.

Diese CD ist etwas ganz Besonderes. Umso schöner, dass man diesen aufregenden Ravel in der Region jetzt viermal live erleben kann. Ein Muss für Jazz- wie für Klassikfans, und natürlich für alle Ravel-Liebhaber!

Hinweis

10.5., 20 Uhr, Kunsthalle Ziegelhütte; 11.5., 20 Uhr, Alte Kirche Romanshorn; 12.5., 11 Uhr, Schloss Wartegg; 12.5., 17 Uhr, Centrum DKMS, St. Gallen

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