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Ein Pottwal rammt die Literatur

Unvergesslich, wie Gregory Peck als verbitterter Kapitän Ahab nachts mit seinem Holzbein auf dem Schiffsdeck ruhelos herumstapft. Der Film entstand 1954. Toll. Aber die Buchvorlage: ein Universum, ein totaler Roman.
Hansruedi Kugler
Bild: Hansruedi Kugler

Bild: Hansruedi Kugler

Unvergesslich, wie Gregory Peck als verbitterter Kapitän Ahab nachts mit seinem Holzbein auf dem Schiffsdeck ruhelos herumstapft. Der Film entstand 1954. Toll. Aber die Buchvorlage: ein Universum, ein totaler Roman. Am besten setzt man sich für die Lektüre von «Moby Dick» (860 Seiten!) in ein herbstliches Strandhotel am Atlantik und blickt auf den mal totenstillen, mal tosenden Ozean. Herman Melville zaubert einem dann den alten, weissen Pottwalbullen, den besessenen Kapitän Ahab und das Walfangschiff Pequod vor das Auge. Kein Greenpeace-Aufruf ist eindringlicher in der Schilderung des Leidens erhabener Tiere und des menschlichen Wahns. «Moby Dick» sprengt 1851 alle Grenzen der damaligen Literatur – inspiriert vom Untergang der «Essex», die 1820 von einem Pottwal gerammt worden war. Zum Abenteuer fügt Melville eine Enzyklopädie des Walfangs, Sozialstudien, wuchtige Mythen, politische Allegorien, Predigten und viel Poesie zusammen. Nach Melvilles «Bartleby» in der Kellerbühne St. Gallen ist ein Blick in «Moby Dick» Pflicht. Wenigstens staunend darin blättern und schmökern muss jeder Literaturfan einmal im Leben.

Herman Melville: Moby Dick, übersetzt von Matthias Jendis, Nachwort von Daniel Göske, Hanser 2001, 1040 S., Fr. 48.90

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